Katha: Hallo, herzlich willkommen zurück zu deinem einzigen deutschsprachigen Indonesien-Podcast. Hier, das wollen wir nochmal betonen an dieser Stelle. Wir sind wirklich die einzigen die auf Deutsch hier über Indonesien einen Podcast haben. Es gibt zwar natürlich andere Podcasts die mal Themen aus Indonesien behandeln auf Deutsch, aber keinen, der sich quasi nur darum dreht Super super exklusiv hier und das ist schon Folge 29 und bald ist 30, wieder ein kleines Jubiläum und wir haben auch in unserer Sommerpause eine ganz tolle Nachricht bekommen, die wir natürlich mit euch teilen wollen.
Wir haben nämlich von der Website millionpodcasts.com eine Auszeichnung bekommen, dass wir einer der besten, also unter den besten Expat-Podcasts sind und das Ranking ist weltweit, also das verlinken wir auch in den Shownotes, könnt ihr euch das mal anschauen wenn euch das interessiert Da sind auch spannende andere Podcasts mit dabei in dem Ranking, jetzt auf allen möglichen Sprachen Nicht nur deutschsprachig ist, wirklich weltweit.
Und da könnt ihr mal reinschauen. Ja, und jetzt Überleitung zum Thema heute. Deutschsprachig deutschsprachiger Indonesien-Podcast. Ja, Sprache ist ein ganz großer zentraler Punkt, wenn wir über Integration sprechen. Und heute wollen wir über die Unsere Integration oder unsere Erfahrungen mit Integration in Indonesien sprechen, weil natürlich kennen wir die Debatte oft auch andersrum.
Wenn Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, dann ist es ja immer ein ganz großes Thema, integrieren und so weiter. Andersrum ist es natürlich, wenn wir, also zumindest bei Gunda und mir ist es so, Dass wir hier leben, wir natürlich auch uns ganz gerne bis zu einem gewissen Grad hier integrieren wollen.
Es ist aber nicht unbedingt so leicht. Diese Folge ist übrigens ein Wunsch aus der Community. Wenn ihr da auch Wünsche habt, dann schreibt uns wirklich, wirklich gerne E-Mails. Die E-Mail-Adresse ist hallo.indonesien-podcast.de oder schreibt uns auf Social Media, auf unserem Podcast Social Media, zum Beispiel also bei Instagram oder bei Gunda oder bei mir.
Lasst uns wissen, welche Themen ihr euch wünscht was wir mal besprechen sollen. Und auch wenn ihr Rückmeldungen jetzt zu diesem Podcast habt, dann schreibt uns bitte sehr, sehr gerne, weil wir auch gerne eure persönlichen Erfahrungen mit dem Thema mal erfahren wollen. Wahrscheinlich jeder der in indonesien lebt ja was dazu zu sagen das ist ja so aber auch die die uns zuhören die nicht in indonesien leben vielleicht mal hier leben wollen weil der podcast ist ja ganz explizit nicht nur für auswanderer da habe ich auch neulich die rückmeldung bekommen podcast habe ich noch nicht gehört ich will ja nicht nach indonesien auswandern von einer person die aber sehr oft In Indonesien ist, da habe ich gesagt, naja, der ist nicht nur für Auswanderer sondern für alle, die Indonesien lieben und vielleicht auch gerne mal hierher reisen, vielleicht mal ein bisschen länger bleiben wollen.
Aber ja, genau, ist ja für alle gedacht, rund um Indonesien. Ja, und wie gesagt, Integration hier in die indonesische Gesellschaft, wie kann es gelingen, wie gelingt es uns, auch so ein bisschen der persönliche Sicht, das wurde gewünscht von der Community. Wir steigen jetzt aber mal ein mit Gunda, die uns mal einen kurzen theoretischen Input gibt und dann werden wir ein bisschen darüber diskutieren wir beide, was ist Integration eigentlich, was ist ja so ein Buzzword auch irgendwie?
Ja, was heißt es eigentlich? Man weiß es nie so genau, oder? Was es ganz genau bedeutet? Erzähl mal, was du dir da für schlaue Gedanken gemacht hast.
Gunda: Ja, danke, Katha. Ja, Integration ist immer so ein Wort, das man gern benutzt irgendwie, also ob es jetzt hier ist oder, du hast es schon erwähnt, bei uns in Deutschland.
Ausländer müssen sich möglichst integrieren. Ja, was bedeutet das denn überhaupt? Und Kann das überhaupt auch möglich sein in einem Land wie Indonesien, in dem wir als Westler oder Europäer in eine komplett andere Kultur auch reinkommen? Ich habe natürlich auch ein bisschen nachgeforscht und mir Gedanken dazu gemacht.
Also für mich bedeutet Integration… Dass ich mich zugehörig fühle, also das ist von mir aus die Sicht auf jeden Fall, dass ich mich zugehörig fühle, akzeptiert fühle, aufgenommen fühle und dass ich auch nicht, ab einem gewissen Grad nicht mehr so als anders wahrgenommen werde. Also das ist jetzt irgendwie so die persönliche Sicht von mir aus und das aber gleichzeitig auch von dem Gegenüber, dass man nicht sofort als der Ausländer, die Ausländerin erkannt wird oder wahrgenommen wird oder das Vielleicht dass auch im Miteinander dann verschwindet vielleicht auch so ein fließender Übergang.
Und dass nicht mehr so eine Trennung, ich bin anders als du, wirklich vorherrschend ist irgendwie. Und aber auch, dass man sich in der Kultur des anderen Landes auch irgendwie frei und selbstverständlich bewegen kann, also dass man einfach verstanden hat, was ist anders und wie kann ich mich da einfügen, wobei das dann auch schon wieder so ein bisschen in Richtung Anpassung geht, ist Integration denn Anpassung oder ist es wirklich was anderes, also wo genau ist da der feine Unterschied und Vielleicht kannst du da gleich noch ein bisschen mehr dazu sagen, was du darunter verstehst.
Ich finde es vielleicht auch nochmal interessant zu gucken, was wir darunter nicht verstehen können Weil manchmal ist es ja leichter das erstmal auszuschließen und dann, was dann übrig bleibt, das ist dann so mehr oder weniger die Integration. Also ich finde, was nicht dazu gehört, ist zum Beispiel, dass man sich komplett aufgibt um einfach nur Teil davon zu sein.
Also dass man die eigene Identität oder die eigene Kultur auch irgendwo komplett aufgibt. Um dazu zu gehören. Also wenn man das natürlich mit Freude macht und freiwillig dann ist das super. Aber wenn man sich irgendwo reinzwängt, wo man sich nicht wohlfühlt dann ist das nicht Integration, weil das ja langfristig normalerweise auch nicht gut gehen kann.
Integration ist auch nicht, finde ich, auch vielleicht hier so speziell in Asien die Erwartung dass sich genauso… Dass das alles so wie zu Hause ist, wo wir jetzt wieder bei den verschiedenen Kulturen werden, bei den Unterschieden. Wir kennen vielleicht auch die ein oder andere, dass es solche Menschen ja auch immer gibt, auch jetzt im Urlaub oder die auch länger irgendwo leben und die sich dann auch gerne mal beschweren was dann alles nicht so gut ist wie zu Hause oder in der alten Heimat.
Also das ist definitiv auch nicht Integration. Natürlich kann man darüber reden, aber wenn man in einem Land lebt dann akzeptiert man das oder sollte man das auch mehr oder weniger akzeptieren. Und dann finde ich es auch noch ganz interessant, weil da fällt mir dann wieder Bali ein mit dieser digitalen Nomaden-Bubble.
Wenn man sich zurückzieht in eine rein Expat-Bubble, dann ist das für mich auch nicht wirklich Integration. Weil man sich dann ja bewusst auch abkapselt von den Locals und von den einheimischen Traditionen von der Kultur und so weiter. Und man ja eigentlich gar nicht wirklich in dem Land präsent ist, wenn man nur in der eigenen Bubble ist.
Ja, was sagst du denn dazu, Katha? Wie empfindest du das?
Katha: Total schwierige Frage eigentlich, Ja, ich denke, für mich ist es auch so was, dass man eben die Gegebenheiten vor Ort akzeptiert und respektiert Irgendwo. Also akzeptiert heißt jetzt nicht, okay, dass man irgendwie nie vielleicht im Rahmen seines eigenen Spielraums da irgendwie was verändern darf oder so.
Das vielleicht jetzt nicht, aber so eine Grundakzeptanz irgendwo, dass man halt sagt, okay… Ja, so ist es halt und eben, dass man diese Sachen auch respektiert und auch so diesen Punkt, den du genannt hast, dass man sich einfach in seinem Alltag frei bewegen kann und irgendwie frei tun kann, was man will Möchte in dem Sinne natürlich immer unter Akzeptanz und Respekt der Gegebenheiten.
Ja, für mich gehört zu Integration auch dazu, dass man eben im alltäglichen Leben irgendwo Teil hat. Also so und so Das ist auf jeden Fall, also wenn ich so drüber nachdenke, was es eigentlich für mich bedeutet, ist es super schwierig. Ja sich zu integrieren, aber auch andersrum, wenn ich dann dran denke, was das für mich bedeutet, diese Definition von Integration für mich, ist dann andersrum aber auch für Menschen, die nach Deutschland kommen, super schwierig, also nach meiner Definition.
Und Ja, Sprache spielt für mich auf jeden Fall auch eine Rolle, ist hier ja aber auch nicht ganz so easy, je nachdem. Aber wie gesagt, in Deutschland dann auch nicht. Also es ist halt die Frage, kann man sich überhaupt irgendwo so richtig integrieren? Also ja, doch, glaube ich kann man schon. Ich kenne schon Menschen, die in gewissen Ländern voll integriert sind, dass das geht.
Ja, sich zugehörig fühlen Ich glaube, vielleicht
Gunda nochmal ein kurzer Einwurf von mir zu dem Thema, zu dem Punkt, Ich glaube, es fällt leichter in Ländern, wo die Kultur ähnlich ist. So wie jetzt Europa. Wenn wir zum Beispiel ins europäische Ausland gehen, kann ich mir vorstellen, dass wir uns leichter integrieren können bei manchen Ländern, als wenn wir in einen anderen Kontinent gehen.
So wie nach Asien wo einfach es komplett anders ist,
Katha: ja. Ja, denke ich schon. Also wenn ich jetzt zum Beispiel denke, meine Tante die lebt seit 70 Jahren oder was in den USA, ja, die ist voll integriert da. Aber ich glaube, das war jetzt auch… Nicht, dass das nicht schwer war für sie die ersten Jahre, das will ich gar nicht sagen, weil das weiß ich, dass es das war, weil sie auch zum Beispiel gar kein Englisch konnte.
Also das klar, vor 70 Jahren oder was, da war das noch nicht so selbstverständlich dass man Englisch kann.
Ja, ich glaube, es ist leichter auch, wenn man nicht direkt von 100 Metern Entfernung schon erkannt wird als Mensch, der halt von woanders herkommt. Also ich glaube, dann ist es auch leichter denke ich, auch in Deutschland oder in anderen europäischen Ländern einfacher ist, als wo, wo es halt klar ist, dass du halt…
Ja, wahrscheinlich optisch erstmal halt anders bist, dann kann man natürlich so, ich sag mal, im ersten Alltag unauffälliger schon mal irgendwie mitmachen. Ach, ist jetzt so. Ja, und natürlich eben, genau, auch die Kultur, ne? Klar ist jetzt so, in Spanien ist die Kultur auch anders als in Deutschland, aber es ist nur irgendwie, glaube ich noch nicht so weit weg, dass es… Ja, wir können es irgendwie noch mehr greifen glaube ich würde ich jetzt mal so behaupten ohne Erfahrung damit zu haben.
Ja, was ist es nicht für mich? Es ist nicht für mich, wie du auch schon gesagt hast, dass ich jetzt hier komplett irgendwie, ja, komplett mich… Da anpassen muss oder so in 100 Prozent der Dinge und nichts mehr anders machen darf oder sowas Also das auf gar keinen Fall. Also das gehört nicht dazu. Das ist aber auch für mich irgendwie sowas wo ich sage, okay, unter Individualität, weil auch die Menschen…
Und die, die in diese Gesellschaft reingeboren sind, sind ja nicht alle gleich. Also das ist ja auch schon mal so. Also dann darf ich ja auch ein bisschen anders sein, wenn ich von woanders herkomme. Also finde ich überhaupt gar kein Thema. Vor allen Dingen sag ich mal, das, was man so zu Hause macht, so sein eigenes Ding irgendwie…
Ja, da würde ich jetzt nicht sagen,, das muss jetzt jeder genauso machen wie alle anderen, die da auch leben oder so oder die da in der Gesellschaft geboren sind. Ja. Und ich glaube aber, wir haben schon auch einen ganz großen oder ein paar Punkte angesprochen die… Ja, wo wir sagen, okay, das ist vielleicht dann in Indonesien für Menschen aus Deutschland oder aus Europa ein bisschen schwieriger Und dann können wir ja wahrscheinlich gleich ganz schnell den Bogen zu unseren eigenen Erfahrungen auch schlagen.
Oder, Gunda, was meinst du? Du hast ja auch die Frage aufgemacht so ein bisschen, ist das in Indonesien überhaupt möglich
Gunda: Ja, also wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist es nicht sehr leicht. Und ich würde auch fast sagen, dass es nicht möglich ist, sich komplett zu integrieren. Zum einen wegen der Sichtbarkeit, das haben wir jetzt schon mehrmals angesprochen.
Also bei uns sieht man auf den ersten Blick, dass wir Bule sind, dass wir Ausländer sind in Indonesien Und da habe ich auch die Erfahrung gemacht, es ist egal, wie gut ich die Sprache spreche und die spreche ich mittlerweile sehr gut nach acht Jahren. Das Erste, was jemand sieht, ist einfach das Aussehen.
Klar, was anders, was aber wieder im Gegenzug lustig ist eigentlich, ich habe auch schon öfter mal telefoniert, wo mich jemand nicht gesehen hat und da sind sie dann im Nachhinein erschrocken als sie dann gesehen haben, dass ich Ausländerin bin Weil sie da dann tatsächlich gesagt haben, ja, nee, du sprichst ja wie eine Indonesierin.
Also das ist dann wieder, also da merkt man dann wirklich auch, dass ich mich jetzt zum Beispiel sprachlich sehr gut integriert habe, wenn man es von dem Aspekt her sieht, aber dass mich einfach das Aussehen verrät. Und auch wenn ich oft unterwegs bin und dann quatscht mich irgendjemand wieder an. Wegen hier Wunsch der Mister oder so, was ja hier bei uns ständig passiert, was ja jetzt in Bali nicht so häufig passiert.
Und dann fange ich an zu reden, dann sind die immer platt wenn ich dann da losplapper mit meinem Indonesisch und so. Und da sind die dann auch ganz schnell wieder eher entspannt und quatschen dann auch mit mir auf Indonesisch. Aber das Erste natürlich, was erst mal so auffällt, ist das Aussehen. Und Ja, ich glaube, da wird man immer damit konfrontiert werden.
Also allein schon von dem Punkt her geht es nicht, dass man komplett integriert wird. Auch wenn ich dann mit jemandem spreche, Ja, vielleicht willst du direkt was dazu sagen.
Katha: Ja ja, also mich frustriert es auch manchmal ein bisschen, also auf Bali ist es dann nicht so Mr. Mr., aber hier ist man natürlich überall Tourist, ne, Tourist oder wenn es nicht Tourist ist, ist es Tamu also Gast genannt aber also es geht ja nie jemand davon aus, dass ich Indonesierin sein könnte.
Witzigerweise denken sie aber schon, dass ich Indonesierin bin vom Pass. Also das schon, was ich ja nicht bin. Ja total. Ja,
Gunda: das kommt bei mir auch immer die Frage. Ja
Katha: genau, das ist irgendwie witzig weil sobald man verheiratet ist mit einem Indonesier gehen die Leute hier davon aus, dass man gleich indonesische Staatsbürgerschaft hat.
Das ist irgendwie witzig so. Aber das macht, naja, indonesische Staatsbürgerschaft macht aber noch lange natürlich kein Local. Also man ist halt immer noch irgendwie Bule und so weiter und Tourist und Mister und weiß ich nicht was. Das hat mich ehrlich gesagt auch manchmal schon in… In so gedankliche Krisen gestürzt.
Also das ist zum Glück nicht so oft, aber ich habe das manchmal, jetzt hatte ich auch schon lange nicht mehr, aber es kommt ab und zu vor, dass ich denke so, hey, es ist eigentlich egal, was ich hier mache, ich könnte mich hier auf den Kopf stellen. Ich werde, wenn ich irgendwo hingehe, wo mich die Leute quasi nicht kennen, also hier in meiner Umgebung wo ich lebe da lebe ich jetzt auch schon ein paar Jahre, da kennen mich die Leute.
Die wissen, ich spreche Indonesisch und so und die wissen auch, okay, wir sind Hindus, wir sind auch da mal auf Zeremonien dabei, dann auch im Dorf von meinem Mann und so weiter Da ist es dann nicht mehr so ein Ding. Da fühle ich mich dann auch nicht Und mit der Zeit irgendwann dann nicht mehr so auffällig oder irgendwie, ne, da interessiert sich da keiner mehr dafür.
So, da fühlt man sich oder fühle ich mich dann auch mehr integriert Aber sobald ich quasi diese Bubble verlasse und dann wieder irgendwo bin, wo mich die Leute nicht kennen, hier auf Bali, bin ich dann halt gleich irgendwie ja Tourist Tourist und so oder eben dann Tamu. Und das ärgert mich schon. Und dann hatte ich manchmal wirklich schon so gedankliche Krisen weil ich eben gedacht habe, so hey, ist das wirklich…
Kann machen, was ich will, das wird sich nie ändern. Und das hat mich dann schon irgendwie, ja, einfach sehr gestört Und was mich aber mittlerweile noch viel mehr stört ist mit meinem Kind. Weil der ja wirklich, also ich weiß ja jetzt nicht, also der ist ja hier aufgewachsen, der ist geboren, das heißt, für den wird das ja komplett normal sein.
Ist ja anders als bei mir, die ja wirklich einfach im Erwachsenenalter von außen quasi dazukam und Schwierigkeiten vielleicht hatte, irgendwie das ein oder andere zu verstehen bis heute. Ist ja für meinen Sohn komplett anders und trotzdem, wenn wir irgendwo lang gehen, er wird ständig als, oh Bule, oh Bule haha, betitelt oder oh Adatamu, Adatamu.
Also da sind Gäste, also Gäste, das ist dann schon so auch die nettere Version von den Ausländern. Und das stört mich halt für ihn komplett, weil ich mir denke, so ja okay, bei mir ist es vielleicht noch so eine Sache, aber für mein Kind finde ich das richtig komisch Blöd so und ich hatte aber zu dem was du gesagt hast hatte ich das auch schon mal nicht mit telefonieren weil ich glaube ich bin im Im sprachlichen Sprechen glaube ich, merken es die Leute schnell.
Also ich telefoniere auch eigentlich fast nie, wenn es geht, weil ich das schwierig finde, die Leute zu verstehen, wenn ich die nicht sehe. Also das war auch immer schwierig. Und damals mit der Maskenpflicht habe ich dann auf einmal, oder als alle Leute angefangen haben, Masken zu tragen, habe ich auf einmal die Menschen nicht mehr verstanden und habe aber festgestellt, das liegt daran, dass ich den Mund nicht sehe, weil ich immer so ein bisschen gucken muss, was haben sie jetzt gesagt, das ist so eine optische plus eine akustische Leistung.
Da sind ich am Telefon richtig schwer, deswegen, ich telefoniere eh nicht gerne, da bin ich so ein typischer Millennial. Aber WhatsApp schreibe ich oft und da hatte ich die Situation auch schon tatsächlich, dass die Leute dann so erstaunt waren, wenn sie dann mitbekommen haben, dass ich eben keine Indonesierin bin, dass sie dann Och, ich dachte, du bist Indonesierin und so und das ist natürlich beim Schreiben einfacher, weil da kann ich so Abkürzungen benutzen und so und ja, ein bisschen länger drüber nachdenken was ich da schreibe.
Daher kenne ich das. Was ich noch sagen wollte, ist, dass ich festgestellt habe, so nach meinen eigenen Kriterien die ich gerade vorhin genannt habe, bin ich nicht integriert.
Finde ich aber auch schwierig, wie gesagt, das fängt ja schon beim Aussehen an. Und geht ja dann aber bei der Sprache weiter. Also ich spreche Indonesisch würde ich sagen, relativ gut. Da hatte ich ja dann auch das Glück, dass ich da ein Studium machen konnte. Würde ich sagen, spreche ich schon ganz gut.
Aber halt Balinesisch kann ich halt nicht wirklich. Also ich verstehe so, wenn es gut läuft, verstehe ich 50 Prozent. Sprechen kann ich es aber nicht, weil es halt auch gut Unglaublich kompliziert ist und jedes Dorf jede Familie hat dann nochmal ihre eigenen Sprachen ihren eigenen Dialekt. Und so ist es ja im Prinzip überall in Indonesien würde ich jetzt mal behaupten.
Klar, das Bahasa Indonesia bringt allen unfassbar viel weiter. Das würde ich auch sagen, ist einer der Grundpfeiler, den ich als am wichtigsten ansehe, um hier überhaupt irgendwie richtig klar zu kommen. Dass man das einfach relativ solide kann, ist aber gar nicht so easy, wenn man zum Beispiel auch einfach in Regionen wohnt wo halt die Mehrheit der Menschen im alltäglichen Leben halt nicht Bahasa Indonesia spricht, sondern eine lokale Sprache von dort, die einfach schwieriger ist zu lernen.
Gunda: Ja, wobei das ja sehr abgelegene Regionen und Dörfer dann sind, würde ich jetzt mal sagen. Aber auf Java
Katha: sprechen, auf Java zum Beispiel, sprechen doch alle Javanesisch mit ihren Nachbarn und mit ihrer Familie und so. Und hier auf Bali auch, also die sprechen hier alle Balinesisch. Da spricht keiner Basar Klar, die können alle Basar Indonesia, aber im Alltag tun sie es nicht.
Also wenn ich irgendwo dabei sitze… Verstehe ich nichts. Oder wenn ich im Laden stehe bei der Gemüsefrau stehe und die dann noch diskutiert mit irgendwie drei, vier anderen Frauen, ja, dann sprechen die halt Balinesisch und nicht Basan und ich sage, also da verstehe ich dann halt nichts. Also ich würde nicht sagen, dass das abgelegen ist.
Das ist auch hier in Sanur so.
Gunda: Weil ich kenne es halt auch andersrum, dass diese lokalen Sprachen immer mehr ausschärfen, dass vor allem in den Städten viele Familien nur noch Indonesisch sprechen, auch in Jakarta oder so, oder Surabaya. Und dass die dann teilweise ihre eigene Sprache oder die Ursprache eigentlich von ihrem Dorf oder wo sie auch herkommen, gar nicht mehr kennen.
Also das meinte ich damit, dass viel in den Städten aber auch genau andersrum ist, dass die selber nur Indonesisch sprechen. Und ich finde, das ist eigentlich schon auch ausreichend für Integration. Also man hilft ja in Indonesien irgendwo, weil selbst die Indonesier die wechseln ihre Inseln und dann sprechen die mit den Einheimischen da, mit den wirklich lokalen von den Inseln ja auch nur Indonesier.
Katha: Ja ja, also ich finde auch, dass ich finde, Bahasa Indonesia ist auf jeden Fall eine sehr, sehr wichtige Basis und sehr gute Basis die einem auch hilft. Gleichzeitig muss ich sagen, dass ich weiß, einfach aus persönlicher Erfahrung und auch von Freunden von mir, ja. Dass das, je nachdem, wo man ist, halt nicht ausreicht.
Also das ist, ja, da wäre es auch total interessant, bitte, bitte schreibt uns eure Erfahrungen damit. Das werden wir jetzt heute, glaube ich noch öfter sagen. Wie es bei euch ist, wenn ihr in Indonesien lebt oder öfter hier seid und zum Beispiel Basel, Indonesien könnt, wie ist das, reicht das quasi bei euch komplett aus?
Da, wo ihr seid? Oder ist es so, dass es wie jetzt zum Beispiel bei mir so ist, dass halt ja, das ganze Umfeld im Prinzip die lokale Sprache spricht und wenn man dann irgendwo dabei ist, nichts versteht weil die halt, ja, die lokale Sprache sprechen. Und dann natürlich nicht auf Basel-Indonesia wechseln nur weil ich jetzt dabei bin.
Also, ja, so.
Gunda: Ja, ja. Mir fällt jetzt noch was dazu ein. Vielleicht der Vollständigkeit halber weil ich vorhin gesagt habe, das ist viel in abgelegenen Regionen so. Das stimmt natürlich nicht, nein. Ich habe nur an unsere Region hier gedacht. Und unsere Region hier hat eigentlich keine Ureinwohner. Das heißt, alle sind zugezogen.
Und das ist der Grund, warum Bahasa Indonesia eigentlich Standard hier ist. Die haben zwar auch, je nachdem wo sie herkommen ihre eigenen Sprachen und machen das auch untereinander Oder wirklich so Dörfer die halt hier schon seit 50 Jahren oder so sind. Ja Tatsächlich wurde die Insel erst nach dem Krieg besiedelt also nach dem Zweiten Weltkrieg Und da kamen dann von den Nachbarinseln die Leute.
Und natürlich ist das eine gemischte Gemeinschaft. Und dann ist wieder Bahasa Indonesia vollkommen ausgereicht.
Katha: Ja, genau, das wollte ich dich nämlich fragen. Das fand ich nämlich gerade ganz spannend. Da habe ich gedacht, naja wie ist es denn bei euch? Aber klar, wenn das so eine Situation ist, dass da eigentlich natürlich gar keine…
Ureinwohner, das klingt so komisch, aber du weißt, was ich meine, keine Bevölkerung gibt, die da schon wirklich sehr lange wohnt und keine lokale Sprache gibt, dann ist klar, dass Bahasa Indonesia quasi die Nummer 1 Sprache da ist, weil das dann alle verstehen, egal wo. Von wo sie da zugezogen sind. Aber zum Beispiel auf Java ist es meiner Meinung nach nicht so.
Also da ist es wahrscheinlich in den großen Städten ist es wahrscheinlich schon so, wo es sich auch sehr mischt Aber ich glaube, sobald man da ein bisschen außerhalb geht, werden die Menschen untereinander, ja, Auf Java spricht man ja auch viele verschiedene lokale Sprachen, nicht nur javanesisch das weiß ich, aber da werden sie eben, wenn man da jetzt nicht gerade, also in Jakarta sicherlich was will man da auch sprechen, also da sind ja so viele tausende verschiedene Leute, das ist hier in Denpasar zum Beispiel ja auch so.
Aber schon hier in Sanur wenn wir hier auf den Markt gehen, ist das schon eigentlich fast ausschließlich balinesisch. Nicht wissen, dass man Balinese ist oder sehen oder denken, dass man von außerhalb kommt, dann wechseln sie schon sofort auf Bahasa Indonesia, aber halt bei mir nicht. Das machen sie dann für andere Locals.
Aber natürlich auch nicht, wenn sie in einer Gruppe zusammenstehen und irgendwas diskutiert wird oder irgendwie über den Preis für die Mangos diskutiert wird oder so. Das findet dann alles in Balinese statt. Ja, was ich auch immer einen interessanten Punkt finde, ist ja so Teilnehmen eben am sozialen Leben, am Leben außerhalb finde ich auch sehr, sehr schwierig.
Also am lokalen Leben, sage ich mal ist hier gut in Sanur, da ist es, wo ich lebe auf Bali, da ist ja viel gemischt Locker easy am Leben draußen teilnehmen und an irgendwelchen Aktivitäten, weil da natürlich sehr, sehr viel auch für Touristen ist oder für Expats, für von und für oder wo es sich mischt wo einfach klar ist, okay, hier ist irgendwie dieses Festival, das, diese Geschichte und so weiter Da ist es vielleicht einfacher, aber ich glaube, in anderen Regionen ist es vielleicht auch gar nicht so easy, weil, weiß ich nicht, bekommt man vielleicht a gar nicht unbedingt so mit, was da passiert und b hat man dann wieder dieses kulturelle Dings also diese kulturelle Sache.
Auf Bali ist es natürlich viel die Zeremonien, da habe ich jetzt halt den Vorteil dass mein Mann Balinese ist und wir dann bei den Zeremonien bei ihm im Heimatdorf mit angebunden sind, aber jetzt zum Beispiel Zeremonien hier vor Ort wo wir leben, da haben wir null mit zu tun, weil das sind nicht unsere Tempel wir gehen hier in keinen Tempel weil das ist nicht unsere Zeremonie Da sind wir nicht angebunden familiär das macht man dann nicht.
Und ich denke mal, wenn man jetzt komplett von außerhalb kommt, ist es schwer, da hier Anbindungen zu finden, weil man da gar nicht so reinkommt auch. Wie erlebst du das bei euch vor Ort? Gut, ihr seid ja auch noch unabhängig Örtlich sehr weit abgeschieden, aber du hast ja auch mal noch woanders gelebt, so an wirklich lokalen Aktivitäten teilnehmen, am sozialen Leben teilnehmen.
Wie ist das bei dir?
Gunda: Ja, also ich muss sagen, wir waren ja vorher in Papua und sind jetzt in den Molukken. Und ich muss sagen, dass es vorher tatsächlich leichter war, Wirklich irgendwie so im Alltag auch mit den Locals zusammen sein, was aber auch so an der Natur, am Charakter denke ich der Menschen dort liegt.
Weil die da so ein bisschen offener sind und einfach anders einen aufnehmen. Und hier ist es ein bisschen speziell Und hier finden wir ganz schwer Zugang, weil die Menschen einfach anders ticken und andere Prioritäten haben. Also es ist ganz schwer, hier wirklich Gemeinsamkeiten zu finden oder auch wirklich Gespräche zu führen, die nicht einfach nur irgendwie oberflächlicher Smalltalk sind.
So ähm… Und tatsächlich, ich muss jetzt auch schmunzeln innerlich, weil du hast gesagt, naja, so was wir als Integration definiert haben, so wenn du darüber nachdenkst bist du nicht integriert. Und das kann ich nur bestätigen. Also du hast ja auch gesagt, wir leben hier örtlich ein bisschen weiter weg und das natürlich auch nicht ohne Grund, weil wir so das Dorfleben, wie es hier zelebriert wird, also da wirklich auch, ja, das nicht unsere Welt ist.
So, ja. Und wir da eigentlich nicht wirklich viel damit anfangen können. Wir werden zwar immer mal wieder eingeladen, auch auf Hochzeiten und sowas, haben jetzt neulich erst wieder eine Einladung bekommen. Das ist immer ganz lustig, da geht man hin und schaut sich das an und wundert sich halt innerlich drüber, wobei man wieder bei dem Punkt wäre, aus meiner Sicht, wie gut bin ich integriert oder wie fühle ich mich dazugehörig?
Ja, hier tatsächlich gar nicht. Also ich schaue mir das dann an, wie wirklich wie so ein Gast, Ich mache so ein bisschen mit, aber bin dann auch tatsächlich froh, wenn ich wieder daheim bin. Was natürlich total schade ist, weil man irgendwie auch so ein bisschen unter sich bleibt. Aber ich muss auch sagen, wie gesagt, davor in Papua war das anders, weil die Menschen anders waren.
Da hatten wir viel, viel mehr lokale Freunde Und wir waren viel, viel mehr auch bei denen irgendwie gesessen oder draußen. Oder man hat sich getroffen, man hat gequatscht. Legt vielleicht auch daran, weil die ja schon mit Tourismus auch mehr Erfahrung haben, mit der Ampat, und das irgendwie alles ein bisschen entspannter war.
Und da haben wir das auch gern gemacht. Und jetzt hier, hier ist ja wirklich niemand so, niemand weißer sage ich jetzt mal ganz extrem. Und die haben… Können mit unserer Lebensweise oder so dann nicht so viel anfangen oder ja, es ist alles sehr fremd und man sagt ja immer, was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht, so sagen wir das einfach, das ist ja so ein Spruch und das merke ich hier schon auch, also je abgelegener die sind, desto misstrauischer vielleicht oder auch zurückhaltender werden sie, das erlebe ich hier schon so.
Wobei es vielleicht auch noch interessant wäre, weil du vorhin gesagt hast, in dem kleinen Kreis in dem du dich bewegst, ich habe auch so einen kleinen Kreis aber ich würde nicht sagen, dass der hier auf der Insel ist, aber zum Beispiel die Familie von meinem Mann. Wenn wir da sind in Java bei der Familie, die kennen mich mittlerweile, da fühlt man sich schon ziemlich akzeptiert.
Ich würde jetzt nicht sagen integriert, weil da fehlt immer noch so ein kleiner Schritt, aber sehr akzeptiert und sehr aufgenommen und irgendwie dazugehörig Aber selbst da kommt immer wieder bei gewissen Themen der Unterschied wirklich zum Vorschein. Zum Beispiel Geld. Das ist ja immer dieses Vorurteil, mit dem wir konfrontiert werden.
Also selbst da in der Familie werden wir immer mal wieder gefragt, ob wir nicht Geld leihen können oder geben können für irgendwas. Wo ich dann ganz genau weiß, okay, wäre ich jetzt vielleicht Indonesierin würden sie uns da auch nicht fragen. Also das ist dann schon auch so ein bisschen nach. So im Hinterkopf, naja, ist ja Bule, hat ja Geld, so ungefähr.
Oder wenn man dann natürlich auch über allgemein irgendwelche Sachen spricht, dann merkt man schon auch immer diese Barriere von der Bildung her, dass da irgendwie nochmal so ein Unterschied herrscht. Oder auch allgemein diese Unterschiede vom Aufwachsen her, dass man nicht viele Gemeinsamkeiten hat dass man nicht viele gleiche Dinge kennt und so.
Und da würde ich sagen, da stolpert man eigentlich immer wieder drüber. So, außer es sind jetzt Menschen, ich muss auch sagen, seine Familie kommt natürlich aus dem Dorf außer es sind jetzt vielleicht Menschen, da habe ich nicht die Erfahrung, die selber in der Stadt oder mehr in der modernen Umgebung groß geworden und aufgewachsen sind.
Da wird es wahrscheinlich auch wieder anders sein.
Katha: Ja, es ist total spannend, dass du da von verschiedenen Regionen einfach berichten kannst, weil das kann ich halt nicht und ich habe einfach immer gedacht… Dass es generell irgendwie so ist, also ist ja auch irgendwo kein richtiger Gedanke weil es ist ja nie überall gleich.
Aber ja, für mich persönlich ich finde es sehr, sehr schwierig, hier Anschluss zu finden im Sinne von indonesischen Freunden. Und manchmal frage ich mich dann aber auch, ja genau, da haben schon mal drüber gesprochen, manchmal frage ich mich aber auch, liegt es an mir selber so? Also vielleicht müsste ich da auch an andere Orte gehen, dann sind wir ja aber auch so…
Naja, ich sag mal, es ist vielleicht schon auch so ein bisschen antisocial drauf, so, ne, wir haben hier irgendwie unser Familienleben und unsere Routinen, unsere Strukturen und so, mein Mann ist jetzt auch nicht der mit tausend Freunden, outgoing, überall auf jeder Hochzeit tanzen so ungefähr, das ist auch nicht so sein Ding, also zieht sich da auch lieber so zurück und ähm ja, wenn wir jetzt vielleicht vom Charakter her anders wären und, und, ähm da mehr outgoing wären und äh, Ja, dieses Familien-Dings vielleicht nicht so hätten.
Könnte schon sein, dass ich hier auch andere Leute mal kennenlernen könnte. Aber ich sage mal so, die, die mir bisher so über den Weg gelaufen sind, sind jetzt die allermeisten nicht so, dass ich jetzt sage, so, ja, ja Da will ich jetzt, dass das irgendwie so voll meine neuen Freunde werden, wobei ich aber auch sagen muss, dass mir das hier auf Bali genauso mit den westlichen Menschen genauso geht und genauso oder ähnlich schwierig ist für mich sage ich jetzt mal, hier so richtige neue Freundschaften aufzubauen.
Ja, liegt vielleicht auch einfach an mir, will ich es auch gar nicht ausschließen. Genau, aber generell ja, dieses ja Freundschaften mit Locals aufzubauen, dass ich das Sehr sehr schwierig finde und finde ich aber spannend dass du jetzt erzählt hast dass es zum beispiel auf papua ganz anders war dass es in papua das ist auf in ja das ist viel einfacher war dass ihr da auch auf zusammen saß gequatscht habt und und irgendwie so ja bei uns habe ich auch manchmal das gefühl ist es auch so ein vielleicht eine sache vom alter aber ich weiß es nicht dass halt die leute die er in unserem alter sind Ja, auch alle schon, die sind ja auch alle schon irgendwie zehn Jahre verheiratet und haben irgendwie ihre Kinder, die in die Grundschule oder sowas gehen.
Ja, da ist man vielleicht auch einfach nicht so in diesem Lebensabschnitt, wo man sagt, ja, man trifft sich jetzt da irgendwie abends und macht dies oder das oder so. Ja, viele Balinesen sind halt auch sehr, sehr busy mit ihrem Leben Mit ihren Familienleben und traditionellen Leben, Dorfleben und so, da ist ja immer viel zu tun, mit den ganzen Zeremonien und sowas.
Und Ich habe jetzt gerade noch mal darüber nachgedacht so ja, bei der Familie und da im Dorf und so, da ist es auf jeden Fall, fühle ich mich da mittlerweile, das war auch lange Zeit nicht so, fühle ich mich aber auch akzeptiert und angenommen und fühle jetzt mich auch nicht mehr so, wenn ich da hinkomme oder wenn ich bei Familientreffen dabei bin, fühle ich mich nicht mehr wie so ein Alien, dass ich irgendwie denke, so ich gehöre hier überhaupt nicht dazu.
Gleichzeitig sehe ich so wie du das irgendwie so akzeptanz ja integration da fehlt schon auch noch so ein schritt also ich habe mich zum beispiel mega gefreut Als wir mal als eine sehr, sehr große Zeremonie anstand, dass wir da eine Aufgabe bekommen haben oder halt, dass ich da auch eine Aufgabe bekommen habe, dass ich da irgendwie so heiliges Wasser aus irgendeinem anderen Tempel dann abholen sollte, das wurde dann mir zugeteilt.
Da habe ich mich dann auch gefreut dass überhaupt quasi das in Betracht gezogen wird, weil bei allen anderen ist das natürlich logisch die stehen auf der Liste und jeder bekommt da irgendwie im Tempel und so bei Zeremonien seine Aufgabe. Ja. Jetzt ist es aber auch so, dass… Ja, dass das vielleicht auch wieder ein bisschen an uns oder an mir liegt, dass das nicht so 100 Prozent so ist, weil A will ich das auch gar nicht weil das super viel Stress ist, wenn man da voll drin ist.
Also ich sehe das ja, was meine Schwägerin da alles macht und die ist keine Balinesin die kommt ja aus Java, das heißt, die musste sich ja hier auch erst mal integrieren die ist aber voll integriert also die ist auch 100% integriert. Klar, sie kommt aber auch natürlich aus einem Kulturkreis zwar aus einer anderen Religion, aber aus einem Kulturkreis der jetzt irgendwie trotzdem nicht so groß unterschiedlich ist.
Und Sprache musste sie trotzdem lernen, viel, aber glaube ich nicht so schwer, weil glaube ich javanesisch balinesisch wenn man das eine kann, ist nicht gleich, ist auf gar keinen Fall gleich, aber ich glaube, es ist nicht so schwer, das andere dann zu lernen. Aber wenn ich sehe, was sie alles da so machen muss, sie wohnt natürlich aber auch im Familienhaus, im Dorf so, das tun wir ja absichtlich nicht.
Also wir leben ja absichtlich eine Stunde auch weg und so. Das heißt, wir sind da natürlich auch gar nicht so drin und wenn ich jetzt da bin und so und dann helfe ich schon mal da so Opfergaben basteln und hier und da mal was machen. Bisher wurde ich jetzt zum Beispiel noch nie gefragt, ob ich bei einer Zeremonie dann irgendwie wirklich so einen Part übernehmen will und ich glaube, das werde ich auch nicht gefragt, weil es mir auch nicht zugetraut wird.
Und, ja, Sprachbarriere dann, weil das ist ja, das ist dann wirklich 100% alles auf Indonesisch das heißt, dann müssten sie ja dann noch alles übersetzen auf Bahasa Indonesia, ich müsste dann auf Bahasa Indonesia noch kapieren, was gemacht werden soll und so. Das, ja, das finde ich, ähm… Also daran merke ich dass ich da auf jeden Fall auch nicht komplett integriert bin.
Manchmal finde ich das traurig manchmal würde ich mir das mehr wünschen, aber ich muss auch sagen, vor allen Dingen seit unser Kind geboren ist, bin ich ja auch ganz froh darum, dass ich da nicht so viel zu tun habe, weil ich natürlich andere Sachen auch zu tun habe und das auch stressig ist. Also das ist auch wieder was, was sicherlich zum Teil auch an mir selber liegt.
Aber auch daran, dass es mir einfach auch nicht zugetraut wird. Ja
Gunda: Ja, kenne ich, wie gesagt. Mir ist jetzt auch noch etwas anderes eingefallen, weil du gemeint hast, dass es interessant ist, dass es in den Regionen unterschiedlich war. tatsächlich ist mir jetzt bewusst geworden, wie stark auch so Integration von der Willkommenskultur der Einheimischen abhängt.
Ja, und das ist vielleicht auch was, was wir uns in Deutschland mal wieder bewusst werden können, weil da gibt es ja auch momentan viel, viel viel Debatten um genau dieses Thema Migration. Je willkommener und entspannter und offener man auch auf die anderen Menschen zugeht, desto leichter fühlen die sich auch wohl und desto eher können die sich auch, Ja, vielleicht nicht komplett integrieren, aber Teil von der Gesellschaft sein.
Weil so habe ich es, wie gesagt, erlebt in Papua und so erlebe ich das Gegenteil jetzt hier. Was für einen großen Unterschied das macht, wenn man schon weiß, der andere des Misstrauens der hält sich zurück, der wahrt die Distanz
Katha: Und du bist ja quasi die gleiche Person. Also du bist ja die gleiche Person in beiden Orten Das ist schon spannend.
Gunda das macht mir selber nochmal bewusst, wie wichtig das eigentlich ist und auch hier ein Aufruf bitte an die Menschen in Deutschland, wie wichtig das ist, dass man, also klar, es gibt überall schwarze Schafe, aber wie wichtig das einfach ist, dass man offen bleibt und auch diese Leute, also andere Menschen aus dem Ausland, dass man sie auch einfach erstmal offen empfängt und nicht von Anfang an irgendwie so ein Bild hat, was dann Ja, weil das ist das nämlich hier, die Leute haben so ein Bild und da muss ich leider trotzdem auch wieder die Religion erwähnen, auch wenn man sie nicht alle über den Kamm scheren kann, aber was ich halt so mitbekommen habe, speziell beim Islam hier, da gibt es halt einfach Gruppen, die nochmal ein bisschen radikaler denken und das höre ich leider auch immer wieder von meinem Mann und er kennt es ja auch aus Java und so, er ist ja dort aufgewachsen, dass halt viel auch dieser Gedanke vorherrscht, wir aus dem Westen Ja, wir bringen ja erst mal die ganzen Sünden hier rüber, wir leben ja freizügig und so weiter und das haben die halt so im Kopf, dass sie, also hier merke ich das eben, dass das schon so im Kopf drin ist, dass das erst mal Misstrauen hervorruft und Distanz, ja, was jetzt natürlich nicht überall in Indonesien so ist.
Das ist jetzt einfach meine Erfahrung speziell von hier. Genau.
Katha: Ja, ja, das ist auf jeden Fall super spannend. Dass du da auf verschiedene Regionen blicken kannst. Also wie gesagt, ich finde es jetzt auf Bali auch nicht so super leicht. Mag auch sein, das will ich jetzt mal so behaupten dass Balinesen oft auch so ein bisschen sich abschotten. Gar nicht mal unbedingt nur gegenüber Ausländern, sondern ja auch gegenüber Menschen dann von anderen Inseln Die sind da hier ja schon, also es herrscht ja schon so ein großer Protektionismus heißt das so, ja, wir sind, also dieses Gefühl, wir auf Bali, wir sind hier sehr speziell, wir haben hier diese Religion, die es nur noch hier gibt, die Kultur, wir müssen das bewahren und so.
Ja, auch so Geschichten gibt es ja auch, dass es schon auch viel Ablehnung gibt gegenüber Menschen, die von außen kommen. Also deswegen glaube ich ist es jetzt auch nicht unbedingt immer so leicht, hierher zu ziehen für andere Indonesier Das war jetzt für meine Schwägerin war das jetzt irgendwie… Easy übrigens, die eine Tante von meinem Mann kommt auch aus Java, das wusste ich auch ganz lange nicht.
Also das ist einfach so, ist mir jetzt kein Unterschied aufgefallen. Also für die war das jetzt dann nicht so schwierig, sich als Frau da quasi unterzuordnen. Ja, aber… Ich kann mir auch vorstellen, dass es vielleicht für Männer schwieriger ist, jetzt von anderen Inseln hier dann auf Bali dann zu leben, weil das natürlich dann nochmal eine andere Geschichte ist, als wenn du jetzt sagst ja, du heiratest jetzt als Frau irgendwo in eine balinesische Familie ein und bist es vielleicht aus deiner Kultur eh schon gewöhnt dass du dich quasi als Frau so anpasst Das ist ja einfach so.
Das ist ja auch in anderen Regionen von Indonesien so Dann ist es vielleicht nicht ganz so schwierig Genau. Ja, auf jeden Fall ein super, super spannendes Thema. Könnten wir wahrscheinlich noch viel, viel mehr darüber erzählen. Deswegen hier nochmal der Aufruf dass ihr euch bitte zu diesem Thema gerne bei uns mit euren persönlichen Erfahrungen meldet und uns mal erzählt, wenn ihr hier lebt oder wenn ihr lange Zeit in Indonesien mal verbringt, fühlt ihr euch da integriert Habt ihr Freunde, indonesische Freunde?
Und wo ist es auch? Welche Region? Vielleicht gibt es ja auch Regionen, die irgendwie besser geeignet sind oder nicht. Ja, lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben Das würde uns sehr, sehr interessieren. Und vielleicht machen wir da ja auch mal so eine Feedback-Runde dass wir einfach die ganzen Sachen, die uns zugetragen wurden, so bündeln und eure Erfahrungen dann hier mal in einer Folge machen Auftröseln Bevor es jetzt wieder ewig lang wird, die Folge ist glaube ich schon wieder sehr lang, hat Gunda uns ja noch was mitgebracht jetzt am Schluss.
Gunda: Ja, genau. Ich habe ja heute noch den Business-Quick-Tippen mit dabei. Vorab nochmal kurz so ein kleiner Hinweis in Eigenwerbung. Also wer noch ein bisschen mehr über die Integration auch erfahren möchte und ein paar Tipps bekommen möchte, ganz am Ende von meinem Auswander-Guide, da steht auch noch ein bisschen was drin.
Und ja, natürlich auch alle Informationen, die man braucht, wenn man in Indonesien länger bleiben möchte oder wirklich auch hierher auswandern und leben möchte. Ja, zum Business-Quick-Tipp Das ist tatsächlich auch eine persönliche Empfehlung nicht nur ein klassischer Tipp. Und ich denke, ich habe da schon mal ganz am Anfang unseres Podcasts darüber gesprochen.
Es geht um zyklusorientiertes Anbieten Und was damit gemeint ist, ist eigentlich, dass man sich ein bisschen mit seinem Zyklus auseinandersetzt. Also das betrifft jetzt natürlich hauptsächlich die Frauen und ja, alle Menschen mit einer Gebärmutter. Und ja, dass man sich ein bisschen mehr mit dem eigenen Zyklus befasst, wie der denn funktioniert, welche Phasen es da gibt, wie sich diese Phasen auch auf Energie auswirken auf…
Auf den Körper, auf vielleicht auch bestimmte Dinge die man auch im Business machen möchte oder machen muss auch. Und ja, ich habe damals nämlich ein Mentoring gemacht, tatsächlich mit einer Zyklus-Mentorin und speziell auch mit der Kombination dann auch als Business-Coaching. Und ich weiß gar nicht, das war letztes Jahr, glaube ich Vor letztes Jahr.
Und kann das wirklich nur auch empfehlen. Also ich hatte einige Aha-Momente, vor allem so auch in der Zeit irgendwie vor der Menstruation in der PMS-Phase, da ging es mir ziemlich schlecht. Und ich kann einfach nur jedem sagen, hey, befasst euch damit. Es muss nicht so sein. Vieles wird ja uns irgendwie so beigebracht von klein auf.
Naja, das ist halt so, so Aber es ist tatsächlich nicht so. Und oft sind auch solche Beschwerden die man hat ein Hinweis darauf, dass man vielleicht im Business nicht genau das macht, was man vielleicht gerne machen würde. Also bei mir hat sich das dann auch rauskristallisiert was ich eigentlich machen möchte, dass ich eben andere Menschen auch beraten möchte bei diesen Schritten wie Auswandern und so.
Ich hatte dann teilweise auch echt beschwerdefreie Zyklen, also wirklich auch für mich ja, was ganz Interessantes und ja, meine Mentorin das ist Mandy Jochmann und sie hat ein Buch geschrieben, ein kleines Buch, also das ist kein großer Schmöker, das heißt, das kann man auch wirklich mal zwischendurch einfach lesen und Und das Buch das kommt nächsten Monat wenn jetzt die Folge erscheint am 1.
Oktober raus und das heißt Zyklusorientiertes Arbeiten und das gibt einfach einen perfekten Überblick über das Zykluswissen über die einzelnen Phasen und wie man das auch einfach im Arbeitsleben beachten sollte und deswegen, also wirklich auch jetzt unbezahlte Werbung, das ist einfach von mir eine Herzensempfehlung Ja, wer sich dafür interessiert schaut euch das Buch an, kauft euch das Buch.
Das kann man auch tatsächlich jetzt schon vorbestellen. Und ich werde natürlich auch den Link unten in die Show Notes mit reinpacken. Also das ist mein Tipp für heute, meine persönliche Empfehlung. Und ansonsten sage ich ja, das war doch eine runde Folge und wir hören uns dann einfach beim nächsten Mal.
Tschüss!






