Herzlich willkommen bei Coconut Talk, deinem Podcast über das Leben in Indonesien. Mein Name ist Gunda, und gemeinsam werden wir die zahlreichen Inseln Indonesiens entdecken.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim Coconut Talk. Ich habe mich heute mit Sarah Lisa verabredet. Sarah Lisa war bereits in der elften Folge bei mir zu Gast. Damals haben wir uns über die tolle Unterwasserwelt Balis unterhalten und auch über den Norden Balis, wo sie länger zusammen mit ihrem Mann gelebt hat.
Diesmal haben wir uns ein anderes Thema ausgesucht. Es geht darum, wie man an einem neuen oder fremden Ort Kontakte knüpft, Bekanntschaften schließt und neue Freunde findet. Also eigentlich ein Thema, das sowohl Auswanderer als auch Urlauber interessieren könnte. Außerdem werden wir besprechen, was es für kulturelle Gepflogenheiten in Indonesien gibt und worüber man sich vor allem am Anfang nicht wundern sollte.
Vorab wie immer ein paar Worte in eigener Sache: Wenn du mich kontaktieren möchtest, kannst du mir schreiben an hallo@coconut-talk.com. Du darfst diese Folge auch gern teilen, den Podcast abonnieren und mir eine kleine Bewertung hinterlassen – das geht bei Spotify oder iTunes. Jetzt wünsche ich dir erstmal viel Spaß mit der neuen Podcastfolge.
Hallo Sarah Lisa, schön, dass du wieder da bist! Wir hatten ja schon einmal ein Gespräch in der elften Folge. Heute haben wir uns wieder verabredet zu einem spannenden Thema, das nicht nur für Auswanderer interessant ist. Ich denke, auch Urlauber können daraus einiges mitnehmen. Es geht darum, wie es ist, Bekanntschaften zu schließen, Freunde zu finden oder überhaupt jemanden kennenzulernen, wenn man an einem neuen, fremden Ort lebt – egal ob Locals oder andere Ausländer.
Du hast da ja schon einiges an Erfahrung gesammelt, weil du mehrmals international umgezogen bist, in sehr verschiedenen Ländern, die sich auch in Mentalität und Lebensweise unterscheiden. Ich glaube, man kann schon sagen, du bist eine kleine Expertin geworden, oder?
Ja, tatsächlich! Ich bin gerade auch wieder umgezogen, also brandaktuelles Thema. Nicht nur, dass ich mich als Psychologin damit beschäftige, sondern auch in meinem eigenen Leben. Dieses Mal war es auf Bali, und es ist natürlich einfacher, wenn man innerhalb eines Landes umzieht. Aber wenn man in ein anderes Land zieht, kommen immer neue kulturelle Gegebenheiten dazu, an die man sich erst gewöhnen muss.
Ich glaube, das Wichtigste ist die Einstellung, mit der man an das Ganze herangeht. Man sollte ganz offen sein, sich ein bisschen über kulturelle Unterschiede informieren, aber auch einfach wahrnehmen, wie Menschen miteinander umgehen. Zum Beispiel: Wie wirkt meine Körpersprache? Kommt das gut an, wenn ich so und so auftrete? Oder ist es besser, mich etwas zurückzunehmen, mehr zu lächeln – oder vielleicht gar nicht zu lächeln? Wichtig ist, offen zu bleiben und viel nachzufragen. Wenn man jemanden trifft, kann man ruhig sagen: „Ich bin neu hier, darf ich dich etwas fragen?“ oder „Ich kenne mich noch nicht so gut aus – wie macht man das hier?“
Egal ob man nach der Kultur fragt oder nach alltäglichen Dingen – Nachfragen und offenes Feedback sind ganz wichtig. Und genauso darf man ehrlich sagen: „Ich bin ganz neu hier, ich kenne niemanden und suche Freunde.“ Das offen auszusprechen ist völlig okay.
Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Punkt: Nicht nur die Einstellung zu haben, neue Leute kennenzulernen, sondern das auch wirklich auszudrücken.
Ja, genau. Und es gibt viele Möglichkeiten – nicht nur über andere Expats, sondern auch über Locals. Gerade, wenn man ein bisschen schüchtern ist, kann man wunderbar über soziale Medien starten. Zum Beispiel in Facebook-Gruppen – meist heißen sie so etwas wie „Ubud Community“ oder „Canggu Expats“. Da kann man einfach einen Beitrag posten: „Hallo, ich bin neu hier, das sind meine Hobbys, ich treffe gern neue Leute zum Kaffeetrinken oder Spazierengehen.“ Wenn man dazu noch ein nettes Foto postet, bekommt man fast immer Rückmeldungen.
Ich habe das selbst mehrfach gemacht, in verschiedenen Ländern, und jedes Mal tolle Menschen kennengelernt. Ich habe das meist auf Frauen bezogen, weil mir Freundinnen wichtig waren. Ich habe also geschrieben: „Ich suche andere Frauen, die Lust haben, mal was zu unternehmen – einen Kaffee zu trinken, am Strand spazieren zu gehen oder sich einfach auszutauschen.“ Und tatsächlich kamen immer viele liebe Antworten – sowohl von Locals als auch von Expats.
Ich finde, das braucht aber auch Mut – sich so öffentlich zu zeigen.
Ja, auf jeden Fall. Mut gehört dazu. Aber es ist manchmal einfacher, über Social Media zu starten, weil man noch diese kleine Distanz hat. Man steht nicht direkt jemandem gegenüber, sondern schreibt erstmal über den Bildschirm. Und ehrlich: Ich habe noch nie negative Rückmeldungen bekommen. Im Gegenteil – die Reaktionen sind unglaublich herzlich.
Gerade in Indonesien ist es ohnehin einfach, mit Locals ins Gespräch zu kommen. Ich merke das immer, wenn ich mit meinem Mann unterwegs bin – Indonesier unterhalten sich einfach überall. Egal wo wir sind, er kommt immer mit irgendwem ins Gespräch, als würden sie sich schon ewig kennen.
Ja, das stimmt. Ich finde auch, dass es auf den verschiedenen Inseln ein bisschen unterschiedlich ist, aber grundsätzlich sind die Menschen in Indonesien sehr offen und interessiert. Sie fragen sofort: „Woher kommst du?“ oder „Wohin gehst du?“ – und schon ist man mitten im Gespräch.
In Bali habe ich festgestellt, dass ich als offener, lächelnder Mensch sofort guten Anschluss gefunden habe. Was für uns Europäer aber ungewohnt ist: Die Menschen stellen sehr schnell persönliche Fragen. „Bist du verheiratet?“, „Hast du Kinder?“, „Warum nicht?“ – das kommt oft in den ersten zwei Minuten.
Für uns wirkt das sehr privat, aber hier ist das ganz normal. Wenn man einfach freundlich antwortet, ist das Thema gleich wieder erledigt. Die Balinesen meinen das nicht wertend.
Was sie aber gar nicht mögen, ist laut zu werden. Wenn man wütend oder unfreundlich reagiert, verliert man hier sofort sein Gesicht. Das ist wirklich wichtig zu wissen.
Ja, das kenne ich aus ganz Asien – ob Thailand, Japan oder Indonesien: Man verliert sein Gesicht, wenn man laut oder emotional wird.
Genau! Kurios ist nur, dass Kinder hier alles dürfen – sie dürfen schreien, toben, manchmal sogar hauen. Das wird einfach akzeptiert. Aber als Erwachsener soll man ruhig und respektvoll bleiben.
(lacht) Ja, das finde ich auch interessant. Ich musste mich anfangs daran gewöhnen, dass hier alles so spontan ist. Leute kommen einfach vorbei, stehen plötzlich im Garten, ohne anzurufen.
Oh ja, das kenne ich! Mir ist das auch passiert – wir saßen abends schon in Schlafsachen auf der Terrasse, und plötzlich stand jemand im Garten und sagte: „Hallo, wir wollten kurz vorbeischauen.“ Das war für mich anfangs ungewohnt, aber hier ist das völlig normal. Und man darf das selbst auch machen – einfach spontan vorbeischauen.
Und wenn es gar nicht passt, kann man höflich sagen: „Tut mir leid, ich habe gerade etwas zu tun.“ Das wird verstanden, vor allem, wenn man Ausländer ist.
Ich finde das so schön an Indonesien – diese Offenheit. Man wird sofort eingeladen, zu Feiern, Hochzeiten, Dorffesten. Man darf kommen und gehen, wann man will. Das zeigt diese starke Gemeinschaft hier.
Ja, und es lohnt sich, gute Beziehungen zu Locals zu pflegen. Das ist wichtig, wenn man langfristig hier leben möchte. Man muss gar nicht viel tun – ein ehrliches Lächeln reicht oft schon aus.
Ein weiterer Tipp: Mehr zuhören als reden. Wenn man Menschen kennenlernt, ist es viel wertvoller, zuzuhören und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Daraus entstehen echte Freundschaften. Und es hilft, konkrete Vorschläge zu machen: „Hast du Lust, mal Kaffee trinken zu gehen?“ oder „Wollen wir nächste Woche zusammen zum Yoga?“
Genau. Und wenn man noch niemanden kennt, kann man über gemeinsame Aktivitäten Anschluss finden – Yoga, Tauchen, Sprachkurse. Wichtig ist: rausgehen, nicht zu Hause sitzen.
Ja, einfach offen bleiben und öfter „Ja“ sagen – auch zu Dingen, die man vielleicht sonst nicht sofort machen würde. So entstehen neue Erfahrungen.
Ich habe festgestellt, dass es mit den Jahren etwas schwerer wird, neue Freunde zu finden – man wird wählerischer. Früher war jeder gleich Freund, heute überlegt man genauer, mit wem man seine Zeit verbringt. Ich achte viel stärker darauf, ob es wirklich passt.
Das stimmt. Man merkt mit der Zeit, dass man nicht viele Freunde braucht, sondern die richtigen. Eine Handvoll enger Freundschaften ist oft mehr wert als ein großer Bekanntenkreis. Trotzdem ist es hilfreich, am Anfang viele Menschen kennenzulernen, um dann herauszufinden, wer wirklich bleibt.
Und dank Social Media ist es heute leicht, Kontakt zu halten. Mit manchen Freundinnen aus früheren Ländern ist es, als hätten wir uns gestern erst gesehen.
Ja, das kenne ich gut. Aber Abschiede sind trotzdem nie leicht.
Das stimmt. Früher fiel mir das sehr schwer. Ich habe mich nach vielen Abschieden erstmal zurückgezogen. Heute gehe ich bewusster damit um. Ich investiere mehr in Menschen, die länger bleiben, und genieße die Zeit mit anderen, ohne mich zu sehr zu binden. Ich schaue einfach: Wer bleibt hier wirklich länger? Wer ist vielleicht verheiratet, hat Kinder oder arbeitet hier? Dann lohnt es sich, mehr Energie in die Freundschaft zu investieren.
Mit Reisenden oder Kurzzeitbewohnern verbringe ich auch gern Zeit, aber ich gehe nicht mehr so tief. Das schützt mich ein bisschen. Und natürlich bleibt man über Social Media in Kontakt – das macht vieles leichter.
Ich habe außerdem in Deutschland zwei sehr enge Freundinnen, auf die ich mich immer verlassen kann. Das gibt mir Stabilität, auch wenn ich unterwegs bin.
Das waren wirklich gute Tipps.
Danke! Ich freue mich, dass wir darüber gesprochen haben. Es war ein schönes, ruhiges Gespräch – und wer weiß, vielleicht machen wir ja bald wieder eine Folge zusammen.
Ja, sehr gern!
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In meinem Auswanderguide „Leben in Indonesien“ findest du alle relevanten Infos, praktische Checklisten, hilfreiche Dokumente zum Download und Zutritt zu unserer exklusiven WhatsApp-Gruppe. Den Link findest du in den Shownotes dieser Folge.
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