Herzlich willkommen bei Coconut Talk, deinem Podcast über das Leben in Indonesien. Mein Name ist Gunda, und gemeinsam werden wir die zahlreichen Inseln Indonesiens entdecken.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Coconut Talk. Ich habe heute einen besonderen Ehrengast bei mir – und zwar ist das Melissa, die Gründerin unseres Blogs Indojunkie und somit auch das Gesicht hinter dem größten deutschsprachigen Blog über Indonesien.
In unserem Gespräch verrät sie mir, auf welchen Wegen sie nach Indonesien gekommen ist, warum sie dort hängen geblieben ist, wo man sie findet, wenn sie nicht in Indonesien ist, und welche Orte für sie die schönsten im Land sind. Außerdem kann ich dir schonmal verraten, dass wir eine weitere Folge geplant haben, in der es hauptsächlich um den Blog und ihre Arbeit bei Indojunkie geht – also ein kleiner Blick hinter die Kulissen.
Wenn dir die Folge gefällt, darfst du den Podcast gerne abonnieren, bewerten und teilen. Kontaktieren kannst du mich unter hallo@coconut-talk.com. Jetzt aber erstmal: viel Spaß beim Zuhören!
Hallo Melissa, schön, dass du heute mein Gast bist.
Schön, dass ich heute endlich mal bei dir im Podcast sein kann, freut mich total!
Ja, endlich mal. Wir haben es ja schon eine Weile versucht – ein paar Wochen lang oder fast schon Monate – dass wir uns mal verabreden. Und ich habe zu Anfang schon gesagt: Du bist ein ganz besonderer Ehrengast, weil du das Gesicht und der Name hinter Indojunkie bist. Von dir werden die meisten sicher schon gehört haben.
Heute geht’s also ein bisschen um dich als Person und auch darum, was dich mit Indonesien verbindet. Oder vielleicht auch, was dich nicht verbindet – wir schauen mal.
Ich bin gespannt, wohin die Reise heute geht. Fangen wir doch direkt mal an: Wie kam es überhaupt dazu, dass du Indonesien so faszinierend findest oder überhaupt auf dieses Land gestoßen bist? Stell dich doch kurz vor und erzähl, wie das alles anfing.
Ja, super gerne! Das fing alles etwas zufällig an. Ich habe damals in Südkorea studiert – ein Auslandssemester, eigentlich sogar zwei – und das war kompletter Zufall. Ich hatte in Düsseldorf studiert und durfte mir aussuchen, an welche Unis ich gehen möchte. Ich hatte komplett andere Universitäten angegeben: zwei in Thailand, eine in Hanoi – und am Ende wurde ich nach Südkorea zugewiesen. Das war also gar nicht geplant.
Aber es war eine der besten Zeiten meines Lebens! In den Semesterferien konnte ich dann reisen, und Asien lag quasi vor der Haustür. So bin ich irgendwann in Südostasien gelandet – ich habe die typische Backpacker-Route gemacht: Thailand, Laos, Vietnam und Malaysia.
Und in Malaysia habe ich am Flughafen eine Frau aus Indonesien kennengelernt. Sie hat mich eingeladen, sie in Jakarta zu besuchen. Ehrlich gesagt hatte ich Indonesien damals überhaupt nicht auf dem Schirm – aber ich war neugierig. Ich liebe spontane Begegnungen, und so habe ich mich entschieden, in den nächsten Semesterferien tatsächlich hinzufliegen.
Ich besuchte ihre Familie in Jakarta und reiste dann über Land bis nach Bali. Dort bin ich schließlich hängen geblieben – in einer Tauchschule, wo ich tauchen gelernt habe. Spätestens da war’s um mich geschehen. Diese Kombination aus Bali, Meer, Tauchen und Freiheitsgefühl – das war genau das, wonach ich gesucht hatte. Diese Leichtigkeit, das Leben im Moment, die Natur, der Alltag in der Tauchschule – alles fühlte sich einfach stimmig an.
Ich wusste: Das war nicht mein letztes Mal in Indonesien. Nach dem Semester in Südkorea musste ich zwar zurück nach Deutschland, aber ich war fest entschlossen, wiederzukommen.
Was hattest du damals studiert?
Ich habe Kommunikations- und Multimediamanagement studiert. Tatsächlich habe ich den Studiengang nur gewählt, weil die Fachhochschule so viele Austauschprogramme angeboten hat. Ich hatte schon immer diesen starken Drang, ins Ausland zu gehen – aber keine finanzielle Unterstützung von Zuhause. Ein Auslandssemester war für mich der einzige Weg, wirklich längere Zeit im Ausland zu leben.
Ich bin direkt im ersten Semester ins International Office gegangen und hab gefragt, welche Möglichkeiten es gibt. Meine Uni hat mir das dann ermöglicht – wofür ich bis heute dankbar bin. Ich kann wirklich jedem empfehlen, diese Chance zu nutzen.
Im Ausland zu studieren, dort richtig integriert zu sein, lokale Freunde zu haben, in den Alltag einzutauchen – das ist eine einzigartige Erfahrung. Ich würde das um nichts in der Welt missen wollen.
Später habe ich dann in einer Tauchschule gearbeitet – eher als Tauschgeschäft: Ich bekam Kost, Logis und eine Tauchausbildung, und im Gegenzug habe ich geholfen, Marketing und Social Media zu machen. Internet war damals so langsam, dass ich am Ende doch mehr im Wasser als am Computer war. (lacht)
Offiziell war ich natürlich Tourist – das ist ja bis heute so ein Thema in Indonesien, dass Arbeiten nicht einfach möglich ist.
Und danach?
Nach dem Praktikum musste ich wieder zurück nach Deutschland. Ich habe meinen Master in Passau angefangen – und zwar deshalb, weil das eine der wenigen Unis war, an denen man Indonesisch lernen konnte. Ich habe einfach „Indonesisch Sprache Uni“ gegoogelt, und Passau war das Ergebnis. Dort habe ich Kulturwirtschaft studiert, mit Fokus auf internationale Themen, Umwelt, Ökologie, Abholzung – das hat mich total interessiert.
Ich habe sogar meinen heutigen Co-Autor vom Indojunkie-Sprachführer dort kennengelernt – Steffen. Wir haben damals zusammen studiert. Heute lebt auch er in Indonesien.
Während des Studiums habe ich gemerkt, dass ich so viele Geschichten aus Indonesien im Kopf hatte, die ich teilen wollte. Freunde und Familie haben mich ständig gefragt: „Erzähl mal von dort!“ Also habe ich eines Nachts spontan den Blog gegründet – und so entstand Indojunkie.
Anfangs war es ganz persönlich, wie ein Tagebuch – Geschichten über Begegnungen, Zeremonien, Schwarze Magie auf Bali, Alltagsbeobachtungen. Später wurde es immer professioneller, weil ich gemerkt habe, was die Leser eigentlich suchen: Reisetipps, Routenvorschläge, praktische Infos.
Und so hat sich Indojunkie über die Jahre weiterentwickelt – von einem persönlichen Reiseblog zu einem umfangreichen Portal über Indonesien.
Heute reist du also nicht mehr einfach nur als Backpackerin, sondern eher mit Projekten im Kopf?
Ja, genau. Früher war es pures Reisen, heute oft mit einem Ziel – etwa, um Recherchen zu machen, Dokus zu drehen oder neue Inhalte zu sammeln. Das Reisen hat dadurch eine andere Dimension bekommen, aber ich liebe es noch immer.
Damals, so 2010 oder 2011, gab es ja kaum Infos über Indonesien – keine Blogs, kaum Reiseführer, außer Lonely Planet. Ich bin einfach losgereist, ohne Plan. Ich war spontan, neugierig und habe mich treiben lassen.
Ich habe gelernt, dass ich nicht alles wissen muss. Ich habe mich von Menschen vor Ort führen lassen, habe gefragt, habe gelernt. Diese Offenheit hat mich geprägt.
Heute bin ich etwas strukturierter, aber der Kern ist geblieben: Ich liebe es, mich treiben zu lassen. Ich plane kaum im Voraus, auch jetzt nicht, wenn ich mit meinem Camper in Europa unterwegs bin.
Das passt ja wunderbar zu deiner Einstellung – dieses „Go with the flow“.
Ja, total. Und Indonesien hat mir genau das beigebracht: im Hier und Jetzt zu leben. Ich habe früher oft gedacht, ich müsste alles planen. Aber dort habe ich gesehen, dass das Leben auch einfach geschehen darf.
Ich hatte in meiner Familie viel Krankheit erlebt, eine starke Skoliose, Operationen – das hat mich geprägt. Ich wusste nie, wie lange mein Körper mitmacht. Und so wurde mir früh bewusst, dass ich jeden Moment leben will.
In Indonesien habe ich dann gesehen: Man kann genau so leben – leicht, im Moment, ohne Angst vor morgen. Und das habe ich mitgenommen. Ich brauche Indonesien nicht, um dieses Gefühl zu spüren. Es ist jetzt in mir.
Ich lebe inzwischen auch in Deutschland wieder gerne, aber mit dieser inneren Freiheit. Ich habe keine Angst, nicht zu wissen, was kommt. Das habe ich in Indonesien gelernt.
Hattest du jemals den Wunsch, ganz auszuwandern?
Ja, natürlich! Ich hatte viele Ideen – ich wollte Tauchlehrerin werden, eine Tauchschule eröffnen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das Tauchen selbst gar nicht mein Ding ist. Ich habe lieber organisiert, geplant, geschrieben – das war mein Talent.
Und ehrlich gesagt: die Bürokratie in Indonesien hat mich dann doch abgeschreckt. Stattdessen habe ich meinen Rhythmus gefunden – ein paar Monate dort, dann wieder Europa.
Heute bin ich meist zwei bis drei Monate im Jahr in Indonesien, der Rest in Deutschland oder unterwegs in Europa mit meinem Camper. Ich habe gelernt, dass mir beides guttut – die Wärme und das Chaos dort, die Ruhe und Ordnung hier.
Was mich an Indonesien immer wieder begeistert, ist die Vielfalt. Dieses Land wird nie langweilig. Du kannst surfen, tauchen, wandern, Vulkane besteigen, mit Einheimischen kochen, Tempel besuchen – es gibt so viele Facetten.
Natürlich gab es auch schwierige Momente – zum Beispiel, dass ich manchmal belogen wurde oder gemerkt habe, dass Vertrauen anders funktioniert. Aber ich habe verstanden, dass vieles kulturell bedingt ist.
Und dann war da diese große Enttäuschung in einer Beziehung – ich wurde richtig verletzt. Aber im Rückblick war auch das wichtig. Ohne diese Erfahrung wäre ich nicht da, wo ich heute bin.
Insgesamt hat mich Indonesien unglaublich viel gelehrt – über Vertrauen, über Leichtigkeit, über mich selbst.
Zum Schluss: Gibt es einen Lieblingsort für dich?
Oh, das ist schwer. Es gibt so viele! Ich liebe die Inseln im Westen von Sumatra – Mentawai, Simeulue – das ist echtes Abenteuer.
Zum Tauchen finde ich die Togian-Inseln unglaublich schön. Dort ist alles noch sehr ursprünglich.
Auf Bali liebe ich den Süden, die Bukit-Halbinsel – wegen der Strände. Aber mein absoluter Herzensort ist Lemukih im Norden. Dort gibt es ein Homestay, Budas Homestay. Eine befreundete Familie betreibt es, und wir haben sie damals über den Blog kennengelernt.
Sie haben nur wenige Zimmer, aber durch unsere Erwähnung im Reiseführer kommen heute so viele Gäste, dass sie richtig gut leben können. Das ist einfach schön – zu sehen, dass so etwas Wirkung hat.
Und ja – Lombok liebe ich auch, besonders wegen des Rinjani-Vulkans. Die Besteigung war eines meiner Highlights.
Indonesien ist riesig, und ich habe längst nicht alles gesehen. Aber das macht es so spannend: Man kann dort ein Leben lang reisen und entdeckt immer Neues.
Vielen Dank, Melissa, dass du heute dabei warst.
Ich danke dir, liebe Gunda – schön, dass du mit Coconut Talk diese Plattform geschaffen hast.
Danke dir! Bis zum nächsten Mal – tschüss!
Wenn du auch nach Indonesien auswandern möchtest, um dir deinen Lebenstraum zu erfüllen, dann habe ich etwas Besonderes für dich. Ich habe meine Erfahrungen und mein Wissen in einem kompakten Paket zusammengefasst, damit du bestmöglich davon profitieren kannst.
In meinem Auswanderguide „Leben in Indonesien“ findest du alle relevanten Infos, praktische Checklisten, hilfreiche Dokumente zum Download und Zutritt zu unserer exklusiven WhatsApp-Gruppe. Den Link findest du in den Shownotes dieser Folge.
Wenn du außerdem Bahasa Indonesia lernen möchtest, kann ich dir den Indojunkie-Crashkurs empfehlen. Mit dem Gutscheincode Coconut10 bekommst du 10 % Rabatt auf den Kurs – und dieser Podcast erhält eine kleine Unterstützung.
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Danke und bis zum nächsten Mal.






