Gunda: Herzlich willkommen bei Coconut Talk, deinem Podcast über das Leben in Indonesien Mein Name ist Gunda und gemeinsam werden wir die zahlreichen Inseln Indonesiens entdecken. Mari, los geht’s!
Hallo, liebe Indojunkies, herzlich willkommen zu einer neuen Folge beim Coconut Talk. Es ist zugleich auch die letzte Folge in diesem Jahr, bevor wir uns dann in die Weihnachts und Neujahrspause verabschieden Wir melden uns dann wieder im Januar mit spannenden Folgen zurück. Heute habe ich Melli bei mir zu Gast.
Melli kommt ursprünglich aus München und sie lebt seit guten zwei Jahren auf Bali. Allerdings hat ihre Leidenschaft für Indonesien schon viel früher begonnen, was sie uns gleich in unserem Gespräch erzählen wird. Außerdem werden wir uns über Surfen unterhalten und über eine kleine Insel in Sumatra. Und dann hören wir von Melli von verschiedenen Hilfsorganisationen in die Melli selbst involviert ist und aus der sogar ihr kleines Business, das sich Bahalu nennt entstanden ist.
Es wird also mal wieder super spannend und vielfältig in dieser Folge. Falls dir die Folge gefällt, darfst du diesen Podcast gerne abonnieren und auch bei Spotify oder iTunes bewerten. Teile ihn außerdem mit Familie und Freunden, die sich dafür interessieren könnten. Wenn du mich kontaktieren willst, kannst du das über hallo.coconut-talk.com machen.
Jetzt wünsche ich dir viel Spaß bei dieser Podcast-Folge Hallo Melli, schön, dass du heute bei mir zu Gast bist.
Melli: Ja, hallo Gunda, ich freue mich auch sehr. Vielen Dank für die Einladung.
Gunda: Ja, sehr gerne. Möchtest du denn zu Beginn gleich mal erzählen wie du überhaupt auf Bali oder auch allgemein nach Indonesien gekommen bist?
Was waren da so deine ersten Berührungspunkte und warum bist du auch dabei geblieben immer wieder hierher zu kommen, bis du schließlich hier lebst?
Melli: Ja, super gerne. Bei mir tatsächlich eine ganz interessante Geschichte und zwar kam das eigentlich mehr oder weniger durch meine geliebte Mami. Die war schon immer sehr reiseaffin und ist dann 2014 in Rente gegangen und ich bin damals aus dem Bachelor gekommen und hatte schon ein bisschen gearbeitet, habe mir gedacht, Mensch, ich bin gerade so ein bisschen an einem beruflichen Schneideweg und sie hatte mir dann vorgeschlagen, ob wir nicht auf eine…
Backpacking-Tour durch Südostasien gehen und da war ich natürlich sofort Feuer und Flamme und dann haben wir uns aufgemacht 2014, damals sind wir erstmal nach Singapur dann auf die Philippinen, sind nach Malaysia und sind am Ende in Indonesien gelandet und sind in Java angekommen und speziell in Bali und wir hatten natürlich schon super viele Eindrücke gesammelt Wir waren davor auch schon in Kambodscha und ich allein in Thailand.
Also so Asien war uns zwar schon immer sehr bekannt, aber ich weiß noch ganz genau, ich bin speziell in Bali angekommen Und irgendwann habe ich Mama angeschaut und habe gesagt, ich glaube, ich muss dir jetzt was gestehen, ich glaube, irgendwann werde ich hier leben. Und dann hat sie das Lachen angefangen und dann habe ich gedacht, oh Gott, was kommt jetzt?
Und dann hat sie gemeint, ja, das kann sie nachempfinden, sie muss mir nur sagen, sie glaubt sie wird auch irgendwann hier leben. Und ich kann dir gar nicht sagen, es war irgendwie, ja, wir haben uns irgendwie… So wohl hier gefühlt und das ist bis heute noch der Fall. Also das war wirklich ein absolut intrinsisches Gefühl, dass in mir dieses Zuhause-Gefühl aufkam.
Und ich bin dann jedes Jahr wiedergekommen mal alleine, mal mit ihr, mal mit Freunden von Java, Sumatra, also auch andere Inseln bereist Und ich hatte aber immer überall dasselbe Gefühl. Und ja, wie es dann so ist, man ist natürlich aber doch in einer sehr Westlichen Welt etabliert gewesen und ich hatte einen guten Job.
Ich habe dann mein Master zwischenzeitlich noch in Unternehmenskommunikation gemacht und habe selber auch für einen Reisekonzern gearbeitet. Aber mich hat es halt immer jedes Jahr wieder hierher gezogen. Und 2019 habe ich dann meinen Job gekündigt Das war noch bevor das ganze Covid-Thema aufkam. Das dann allerdings ziemlich schnell nach meiner Kündigung präsenter und präsenter und präsenter wurde, bis zu so einem akuten Zeitpunkt, dass ich mitbekommen habe, dass Indonesien die Grenzen innerhalb von ein paar Tagen schließen wird und ich hatte damals das Glück, dass ich schon mein Halbjahresvisum hatte, aber mein Flug wäre, glaube ich, drei bis vier Wochen später gewesen und ich habe dann meinen Chef angerufen, der mich netterweise gehen lassen hat.
Ja. Und habe dann am ersten Tag meine Wohnung ausgeräumt am zweiten Tag meine Sachen gepackt konnte mich auch von Freunden nicht verabschieden und bin dann mit meinem Papa am dritten Tag an den Flughafen. Das war eine sehr dramatische Situation, muss ich sagen, weil ich war auch… Es waren zwei oder drei Leute noch in dem Flugzeug die wussten alle nicht, lassen die mich rein, was passiert, wenn ich nicht zurückkomme.
Also mir konnten alle Angestellten auch sehr, sehr wenig sagen und ich habe dann trotzdem den Mut aufgebracht, bin dann geflogen, habe fürchterlich geweint auf dem Flug hin und bin dann aber angekommen zehn Stunden bevor sie die Grenzen dicht gemacht haben und es war die beste Entscheidung meines Lebens und seitdem bin ich hier.
Lange Rede. So haben wir es.
Gunda: Ja, also eigentlich schon ziemlich lange darüber nachgedacht und dann aber am Schluss so hoppla hopp ja, also sehr überstürzt so hört sich das auf jeden Fall an.
Melli: Was vielleicht auch gar nicht muss ich ganz ehrlich sagen, gar nicht rückwirkend so schlecht war. Also es war für mich, ich bin sehr emotionaler Mensch und für mich war das höchstgradig emotional und ich war auch sehr ängstlich weil wir alle wussten ja nicht, was passiert, dann zieht man in so ein Land.
Ich glaube aber im Nachhinein Dadurch dass ich so ins kalte Wasser geworfen wurde, war es wahrscheinlich sogar leichter als wenn man jetzt irgendwie groß Verabschiedung gehabt hätte. Und dieser Druck war gar nicht da, weil es da im ersten Moment erstmal darum ging, kommst du überhaupt in das Land rein?
Und dann war erstmal ja alles im Ruhezustand Also das hat mir, glaube ich, so fürs Ankommen tatsächlich rückwirkend sehr geholfen muss ich sagen.
Gunda: Mhm. Und du hast dir dann auch nicht groß Gedanken gemacht irgendwie, wie geht’s weiter, wenn jetzt wirklich die Grenzen dann ewig lang zu sind? Du wusstest also eigentlich einfach nur, okay, du willst da jetzt sofort hin.
Melli: Und ehrlicherweise genau das Gegenteil In meinem Kopf, ich bin so ein krasser Überdenker, war höchst alarm, was passiert. Ich bin Einzelkind, ich liebe meine Familie sehr, wirklich ganz, ganz sehr. Und für mich war das total schlimm. Ich habe tausend Szenarien in meinem Kopf gehabt, aber ich habe einen unglaublichen Support von meinen Eltern gehabt.
Die sehr große Indonesien-Fans selber sind und das langfristige Ziel ist, dass sie auch hierherziehen und die mich halt einfach in diesem Traum so unterstützt haben, dass der erste Schritt erstmal war, anzukommen und dann haben wir erstmal geguckt, wie geht es überhaupt weiter, wir haben natürlich uns irgendwie im regen Austausch gehabt, aber dadurch, dass ich diesen krassen Support hatte Und konnte ich dann so ein bisschen mich auch beruhigen als ich da war.
Ich meine, es gab eine Zeit, da wusste ich, ich kann auch einfach dieses Land nicht mehr verlassen. Ich weiß noch, mir hat irgendwann die Deutsche Botschaft geschrieben und meinte dann, ja, Frau Stuchlik, wir haben jetzt irgendwie noch ein Flugzeug zurück. Wenn Sie das nicht nehmen, dann sind Sie jetzt erstmal auf sich alleine gestellt.
Also auch wir als sozusagen… Botschaft können da nicht mehr viel machen und es war ein unangenehmes Gefühl, aber ich muss auch sagen, die Zeit in der Quarantäne und die Zeit, die wir in diesem Lockdown in Bali hatten, war natürlich im Vergleich zu Deutschland so angenehm dass ich da dann doch über die Wochen eine große Ruhe entwickelt habe und dadurch, dass mich meine Familie immer auf dem Laufenden gehalten hat, ging das dann mit dem Überdenken, ja.
Gunda: Und du bist dann auch erstmal auf Bali gewesen,
Melli: oder?
Gunda: Ja
Melli: Genau, ich bin angekommen und war da im ersten Moment noch homeless, also ich hatte noch keine Unterkunft dadurch, dass ja alles innerhalb von ein paar Tagen gehen musste und hatte dann aber das große Glück, dass ich über eine Facebook-Gruppe, das ist hier auch so gang und gäbe, dass man in verschiedenen Gruppen Unterkünfte sucht man tauscht sich hier sehr aus, das ist immer ganz nett, so ein Community-Feeling hier zu haben und habe Dann ein Mädchen kennengelernt die in Sesse, das ist so 15 Minuten von Canggu entfernt, ein kleines Häuschen über zwei Jahre gemietet hat.
Das war wunderschön eingebettet in Reisfeldern. Und mit der hatte ich geschrieben und die hatte noch ein Zimmer frei. Und da bin ich dann erstmal hingezogen das erste halbe Jahr. Dann irgendwann wurde es natürlich auch normal wieder auf der Insel. Es war zwar, die Grenzen waren dicht, aber es waren ja doch noch genügend Experts da.
Und dann irgendwann… Wollte ich auch so ein bisschen Leute kennenlernen und mich mal wirklich so in diese Community einfügen und bin dann mit einer Freundin, die ich dort kennengelernt habe, nach Canggu gezogen. Also ich war ein Jahr in Bali, in Canggu und Schrägstrich Sesse Area und bin dann letztes Jahr aber nach Uluwatu gezogen, weil mich das Meer dann doch deutlich mehr gerufen hat und ich da dann auch wirklich das Surfen angefangen habe.
Gunda: Ja, toll. Wie hast du denn… Überhaupt so die Zeit erlebt, weil es war ja zur Corona-Zeit und ich glaube, es ist auch gar nicht so schlecht zwischendurch mal Bali ohne allzu viele Touristen zu sehen, also das ist das, was ich auch gehört habe von Leuten, die auf Bali waren, das ist ja eigentlich auch ganz schön zum Ankommen für dich, denke ich.
Hast du da dann einen großen Unterschied auch gemerkt zu jetzt? Damals von den Menschenmassen her?
Melli: Ja, also ich muss sagen, ich kannte Bali und Indonesien ja schon vor dieser Ruhephase, dadurch, dass ich seit 2014 herkomme. Freunde von mir, die wirklich erst Zu Covid-Zeiten sozusagen auf die Insel gekommen sind, für die ist das jetzt, wo der Tourismus wieder anfängt doch etwas überwältigend.
Ich muss sagen, dadurch, dass ich beides kannte, weiß ich auch beides zu schätzen. Natürlich muss ich ganz ehrlich auch gestehen dass es ein unfassbares Privileg und ein unglaublicher Luxus war, die meisten Orte wirklich alleine besuchen zu können. Ich hatte Urlaub Unglaubliche Erfahrungen speziell auch was Tempel angeht Wir waren auf dem Mount Batur wirklich komplett alleine, nur mit einer kleinen Gruppe, wo jetzt heutzutage wirklich in der Früh hunderte von Menschen sind.
Also das sind Erinnerungen die werde ich ewig in meinem Herzen tragen und dafür bin ich wahnsinnig dankbar. Es war aber für mich ein Auch sehr sehr schwer zu sehen. Man ist als Expat, man ist natürlich privilegierter als die meisten. Und zu sehen wie viel Leid natürlich auch entsteht weil die Insel vom Tourismus gelebt hat.
Und das auf einmal komplett nicht mehr zu haben, hat für viele Menschen wirklich ganz existenzielle Krisen bedeutet. Und das war auch so ein bisschen der Hintergrund dafür, Warum ich tatsächlich mit meinem guten Freund Komang eine kleine Hilfsorganisation gestartet habe, weil wir einfach gesagt haben, wir müssen was machen und wir können da nicht mehr wegschauen.
Deswegen ja, es ist so ein Pro und Contra wie glaube ich bei all den Dingen. Ich weiß beide Zeiten unfassbar zu schätzen. Sagen wir es mal so.
Gunda: Ja, er hat beides Vor- und Nachteile, kann ich mir vorstellen, ja. Was hat dich denn ganz am Anfang an Bali so fasziniert Du hast ja gesagt, du hast direkt zu deiner Mutter gesagt, oh ja, hier werde ich mal leben.
Weil es geht ja vielen so und meistens sind es auch so ähnliche Sachen, die einen so faszinieren. Was gibt es denn da bei dir speziell Und ja, was dich damals fasziniert hat, aber auch was jetzt immer noch toll ist. Oder vielleicht gibt es auch was, was dich damals fasziniert hat, was dir jetzt auf die Nerven geht.
Ja,
Melli: also das ist eine super interessante Frage. Und ich muss ganz ehrlich sagen, Ich kriege die ziemlich oft zu hören und ich denke da auch sehr, sehr oft drüber nach. Und so eine richtige Antwort habe ich gar nicht. Ich muss sagen, es war gerade auch im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern, die ich auch wahnsinnig toll finde, es war wirklich von Anfang an dieses Heimatsgefühl Jetzt kann man natürlich sagen, Bali ist unglaublich divers.
Man kann hier Vulkane besteigen, man kann hier an Klippen gehen, man hat wunderschöne Strände Dann hat man wieder Reis weil da hat man Dschungel. Also es ist natürlich sehr divers, allein von der Natur her. Auf der anderen Seite natürlich die Kultur, die dahinter ist, der Hinduismus von den Balinesen und vor allen Dingen diese Hingabe, das ist glaube ich etwas, was man sehr spürt auf der Insel, dass einfach hier ein unglaublicher Bezug zwischen Natur, zwischen der Vergangenheit herrscht und einfach wirklich diese Hingabe und Leidenschaft für die Dinge und ich glaube aber im Nachhinein was Was mir so gut tut hier, ist dieser ständige Reminder im Hier und Jetzt zu leben.
Also das ist einerseits weil du gerade gesagt hast etwas, das mich nervt Als Deutsche musste ich mich da erstmal dran gewöhnen, dass natürlich manche Dinge vielleicht nicht so schnell und nicht so funktionieren wie ich mir das gerne in meiner Welt vorstelle Aber es lehrt mich jeden Tag wirklich mehr, um hier und jetzt zu sein und das war eine Sache, die mir, ich komme ja aus München, die mir sehr, ich liebe meine Heimat unglaublich aber wir leben schon sehr in diesem Gedanken aufs nächste Wochenende, auf die nächsten Urlaub, also immer relativ zukunftsbezogen und die Balinesen Die leben halt wirklich im Hier und Jetzt.
Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch, du willst irgendwas organisieren und dir wird gesagt, nee heute geht es nicht. Das kann dir natürlich auch mal passieren. Aber ich versuche mich dann immer daran zu erinnern, naja, muss es jetzt heute sein oder halte ich auch selber mal inne. Und das habe ich tatsächlich bei Noch keiner anderen Kultur so erlebt und ich glaube, das ist so intuitiv so eine der Hauptgründe warum ich auch nach wie vor mich hier so wohlfühle, weil es sind natürlich wahnsinnig viele Faktoren aber das fällt mir im Speziellen wirklich im Alltag immer und immer wieder auf, dieses Glücklichsein mit einfachen Dingen und wirklich im Hier und Jetzt zu sein und darin sind die Balinesen Meister
Gunda: Ja, das stimmt.
Das kann ich unterschreiben. Oder allgemein die Indonesier. Die Indonesier ja, das stimmt. Ja, aber gut. Je länger man dann hier natürlich lebt und auch gewisse Dinge erledigen möchte oder wie du sagst organisieren möchte, die ja auch irgendwo wichtig sind. Desto häufiger stolpert man dann natürlich immer drüber.
Und es ist ganz gut eigentlich, wenn man das so wegstecken kann. Aber ja, es ist schon Es ist nicht immer leicht, ich rede nicht jetzt
Melli: hier. Ja genau. Da sind schon auch Situationen dabei, wo ich fluche. Also ich will das ja auch nicht verschönigen aber… Wenn ich jetzt mit dir darüber rede, ist es für mich auch nochmal ein Anreiz zu sagen, komm, in der Zukunft sei auch nochmal wieder ein bisschen wachsamer, ein bisschen aufmerksamer, weil es bringt einem am Ende des Tages ja nicht.
Unsere Zeit ist so begrenzt und ich glaube, das ist immer ein gutes Learning zu sagen, was ist jetzt wirklich gerade wichtig. Und eigentlich, wenn wir mal drüber nachdenken das Wichtigste ist, dass du immer im Hier und Jetzt bist, sonst lebst du nämlich nicht in deiner eigenen Realität und das bringt dir auch nichts.
Das
Gunda: stimmt. Ja, schön. Das war doch jetzt schon mal ein toller Insight von dir. Also finde ich toll, ja. Ich würde gerne noch ein bisschen auch über Surfen reden. Du hast vorhin schon mal gesagt, du hast angefangen zu surfen in Uluwatu. Also ich erinnere mich, da war ich auch mal. Das ist ja auch so eine Surferadresse schlechthin mit gigantischem Ausblick auch aufs Meer, so oben von den Klippen und so.
Das habe ich in Erinnerung Tolle Sonnenuntergänge. Ja, wie fing das denn an? Also wie kam es dazu?
Melli: Das kam eigentlich tatsächlich ganz natürlich. Ich muss sagen, ich war schon immer so ein Ozeankind, also ich fühle mich im Wasser einfach pudelwohl Ich liebe es zu schnorcheln. Ich habe hier auch mit dem Freediven angefangen in Ahmet.
Und ja, also Wasser war für mich schon immer ein ganz, ganz wichtiger Bezug. Ich komme zwar aus München, aber meine Familie kommt ursprünglich aus dem Norden. Deswegen habe ich meine ganzen Sommerferien immer am Meer an der Nordsee verbracht. Deswegen war für mich tatsächlich auch dieses Leben am Meer immer so eine absolute Wunschvorstellung ein absoluter Idealzustand.
Jetzt ist es aber auch so, ich war vom Surfen schon immer fasziniert Muss aber sagen, dass speziell in Canggu, ich war zwar zwei, dreimal surfen mit einem Instructor, Aber so richtig habe ich nicht Blut geleckt, ehrlicherweise Es war irgendwie nicht so, dass es mich wirklich gecatcht hat. Und als ich dann nach Uluwatu gezogen bin mit einer anderen Umgebung hier muss man sagen, dreht sich auch wirklich sehr, sehr viel um Surfen.
Du lernst hier Menschen kennen aus der ganzen Welt, die irgendwie alle einen Bezug zum Wasser haben, die teilweise seit 15, 20 Jahren surfen Es ist nicht unüblich dass man hier mal einen Kelly Slater sieht. Das ist vor einem halben Jahr, sitzt man da einfach im Restaurant und dann sitzt einfach… Der begnadetste Surfer aller Zeiten neben dir, also man kommt mit diesem Thema schon deutlich mehr hinzu und deswegen ich wollte gerade fragen, wer das ist wer oder was,
Gunda: sagt mir natürlich jetzt nichts als Nicht-Surferin also wenn man ihn mal googelt man
Melli: kennt ihn glaube ich auf jeden Fall vom Sehen Naja jedenfalls kam dann für mich tatsächlich so wirklich einfach auch dieser Wunsch auf diesen Sport jetzt wirklich auch mal mehr eine Chance zu geben und jetzt wirklich anzugehen und dafür eignet sich tatsächlich Uluwatu sehr sehr gut und ja, dann habe ich mich dahinter gebissen und muss aber auch ganz ehrlich gestehen Surfen in Bali anzufangen ist glaube ich kann man sehr sehr sehr gut machen, es gibt ja auch ganz ganz viele tolle Surfschulen und tolle Surfcamps, so richtig Blut geleckt habe ich aber tatsächlich erst dieses Jahr, als ich mit meinem Partner nach Nias geflogen bin das ist eine Insel vor Sumatra und zwar einfach aus folgendem Grund, weil es da Nichts anderes gab als surfen.
Das heißt, ich wurde mehr oder weniger dazu, jeden Tag animiert das auch wirklich durchzuziehen. In Bali wurde ich immer dann ein bisschen abgelenkt und dann hat man sich da mal wieder getroffen, habe ich viel Yoga gemacht und dort war wirklich, der ganze Tagesrhythmus hat sich ums Arbeiten und ums Surfen gedreht.
Und die Welle dort ist jetzt nicht unbedingt beginnerfreundlich aber sie bietet dir die Möglichkeit, Und ja, es wirklich zu lernen, weil eben nicht so viele Menschen im Wasser sind und weil diejenigen, die dort sind, das auch einem so gut nahe bringen. Und da habe ich mich dann durchgebissen und geflucht und geweint.
Ich bin ganz ehrlich, also alle, die das jetzt anhören, das war jetzt kein leichter Weg und es ist auch immer noch nicht. Und das ist wirklich eine Sache, die ich dieses Jahr ganz arg gelernt habe. Ich bin absolut perfektionistischer Mensch und dieser Sport hat mir… So viel gezeigt, sowohl körperlich als auch mental, dass ich wirklich auf mich hören muss.
Ich bin sehr, sehr ehrgeizig und habe es dann auch gerne mal riskiert, Situationen zu haben, wo ich wirklich von Wellen so erwischt wurde, dass da auch einige Unfälle passiert sind, wo ich jetzt im Allgemeinen auch deutlich mehr Respekt für habe und vielleicht jetzt dadurch ein bisschen zu ängstlich manchmal geworden bin, wo ich jetzt auch an mir arbeite.
Aber am Ende des Tages hat mir Kein Sport so viel Ruhe gebracht, so viele unglaublich schönen Momente Diese Verbundenheit mit der Natur und tatsächlich dieses Gefühl, auf einer Welle zu sein, ist für mich wie ein Höhenflug. Schöner kann ich es nicht beschreiben. Es ist ein unglaubliches Gefühl und deswegen werde ich mich da auch in Zukunft durchbeißen, auch wenn ich öfter mal fluche.
Gunda: Ja, toll. Also es klingt, du machst es mir schmackhaft, sagen wir es mal so. Ich habe ja selber das auch noch nicht ausprobiert. Ich bin ja eher die Taucherin, dass ich dann unter Wasser gehe. Ja, aber ja, dadurch, dass wir hier auf Morotai auch so die ein oder anderen Surfspots haben, geheime Surfspots, muss ich das natürlich auch mal ausprobieren.
Also ich weiß nicht, ich habe einfach gemerkt so im Alter, so alt bin ich jetzt noch nicht, aber je älter man wird, desto Schwieriger ist es schon also so ein bisschen mache ich mir da schon mehr gedanken als ich glaube Ja, ich habe so die Befürchtung es ist immer besser, wenn man das schon von klein auf lernt oder, weiß ich nicht, Anfang 20 damit schon anfängt.
Aber ja, ist ja auch kein Problem, oder, mit dem Surfen wenn man da erst später damit anfängt.
Melli: Nein, ich glaube, da bin ich auch ein ganz gutes Beispiel für. Guck mal, habe mit 30 das Surfen wirklich angefangen. Das ist jetzt nicht alt, aber auch jetzt nicht 20, auch nicht 18. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass ich wie das Skifahren irgendwie schon mit drei Jahren auf dem Brett Gestanden wäre und da gibt es ja auch wunderschöne Beispiele von Surfern und ja, sehr, sehr jungen Surfern die jetzt im Teenager-Alter sind, die wirklich einer der besten wahrscheinlich weltweit werden, aber es sollte einen nie aufhalten.
Für mich, das habe ich gerade schon erwähnt ist es natürlich so eine mentale Geschichte, man ist dann an Surfer-Spots und man sieht Leute, die seit 15 Jahren surfen und natürlich Da fragt man sich, wird man jemals an so ein Level rankommen? Aber das ist auch eines der schönen Dinge bei dieser Sportart, dass es dir wirklich zeigt, Dass du mit dir selbst im Reinen sein musst.
Es geht nicht darum, was alle anderen surfen und es sollte nie eine Competition sein und das fällt einem dann auf die Füße. Wenn du schaust, was andere machen, dann bist du unaufmerksam, dann passiert dir was und deswegen finde ich es für mich persönlich so schön, weil ich arbeite sehr, sehr viel und bei dem Sport kann ich wirklich den Kopf ausschalten und muss mit mir selber sein.
Und das ist egal… Wie alt man ist, wann man damit anfängt, solange man Freude daran entwickelt und solange man mit sich selbst da in einer Linie ist, dann kann einem das, glaube ich nur einen Benefit bringen. Und ja, ich kenne viele meiner Freunde, die hier auch tatsächlich sehr spät angefangen haben. Also es ist nie zu spät sagen wir mal so.
Okay.
Gunda: Sehr gut, ja. Es ist interessant, was du sagst auch, dass man mit sich selber dann eigentlich beschäftigt ist, weil man sieht das immer so, vor allem in Bali, wenn man am Strand liegt, wie viele Surfer da teilweise im Wasser sind, irgendwie auch eng aneinander und ja, ich weiß nicht, wenn man das noch nie gemacht hat, dann überlegt man sich ja auch, ja, da schaut man bestimmt auch viel nach rechts und links, also muss man ja auch irgendwo, aber es ist interessant Doch interessant, dass es eigentlich nur um einen selber geht, wie man sich verhält oder welche Welle man nimmt und so weiter.
Also es ist spannend auf jeden Fall. Ja
Melli: also vielleicht muss ich da noch kurz was zu ergänzen zu meinem Satz Also wenn ich sage, man muss mit sich selber im Reinen sein, meine ich jetzt nicht, dass man natürlich nicht nach links und rechts schaut. Das habe ich nämlich auch gelernt. Es gibt sehr sehr klare Regeln in dem Line-up und die sollte man auch respektieren.
Okay. Denn… Das Schöne ist ja, es herrscht natürlich, ich würde lügen wenn ich jetzt nicht sagen würde, es herrscht da kein Konkurrenzkampf, im Gegenteil das merkt man hier in Uluwatu stark, wenn da mal so ein Swell reinkommt und alle warten sehnlichst drauf, auf der App zu sehen, dass jetzt die Wellen endlich größer werden, dann kann man davon ausgehen, dass an so einem Tag natürlich Competition entsteht In dem Spot, in dem Line-Up herrscht.
Aber deswegen ist es, glaube ich auch so wichtig, dass man da mit einer gesunden Einstellung rangeht Ich denke mir immer… Dass es wichtig ist, dass keiner in irgendeiner Session zu schade kommt. Das kann natürlich passieren. Das ist einfach ein Sport, bei dem gewisse Faktoren aufeinandertreffen. Aber ich möchte ja auch eine gute Zeit haben.
Ich möchte nicht rauspaddeln in einem angestrengten Emotionszustand und dann noch so eine Aggression mitbringen. Das merkst du auch sofort mit den Menschen, die um dich drum sind. Deswegen finde ich eigentlich so das, was ich gelernt habe, auch wie man sich in so einem Spot verhält, ist, glaube ich, ganz wichtig.
Und dann haben alle auch eine gute Zeit. Und das war zum Beispiel in Nias auch so eine Sache, da Man ist unglaublich fasziniert da sind wirklich die kleinen Kids mit 5, 6 Jahren, die da wirklich Barrel surfen und du stehst daneben und denkst nur, wow, Wahnsinn, aber die surfen halt auch wirklich jeden einzelnen Tag und wenn du dann natürlich hinkommst und auf einmal da 10 Wellen nimmst ohne jemandem anderen die Chance zu geben, natürlich wird dann nicht jeder happy sein, also ich glaube, das ist einfach nur so ein ganz natürlicher Menschenverstand, den man da an den Tag bringen sollte.
Damit auch wirklich jeder Spaß hat. Und das ist doch das Schöne. Man lernt interessante Menschen kennen. Man profitiert auch viel von, wenn man andere beobachtet. Das mache ich sehr gerne, dass ich mir wirklich von extremst guten Surfern, manchmal sitze ich einfach im Line-Up gerade in Niers und schaue mir an, wie nehmen die die Welle.
Ich frage die, warum die, wie… Wie sie an die Situation herangehen und das hilft mir ganz enorm, gerade wenn man so einen Frustrationszustand hat, weil mal vielleicht eine Session jetzt nicht so gut war, dann ist das ein unglaublich schöner Austausch und es ist eigentlich immer ein Benefit, den man daraus gewinnt.
Gunda: Du hast ja jetzt ein paar Mal von Nias erzählt, einer Insel, also ich kenne sie jetzt selber nicht, Sumatra. Wie bist du denn da überhaupt in die Ecke gekommen? Das ist ja auch eher, ja jetzt nicht so diese typische Touri-Ecke, denke ich mal.
Melli: Überhaupt nicht tatsächlich. Also ich war 2017 zwar schon in Sumatra mit meiner Mama und damals waren wir in Medan, am Lake Toba, in Gunung Loysa bei den Orang-Utans was eine unglaubliche Erfahrung war.
Dann sind wir nach Banda Aceh hoch, Pulau E. Also wir haben das schon gemacht, aber… Unter dem Vorwand, dass wir wirklich so klare Ziele hatten. Mit Nias war das ein bisschen anders. Nias kam ganz klar durch Surfen und auf Empfehlungen von meinem Partner. Der war 2021 das erste Mal da und hat so Blut geleckt und hat mich überzeugt hat gesagt, komm, komm doch mal mit, lass uns das gemeinsam anschauen.
Damals war ich noch wirklich sehr, sehr ängstlich weil ich ja auch erst gerade das Surfen angefangen habe. Ja, und bin da angekommen und habe mich wirklich schockverliebt in die Insel. Ich habe mir so, glaube ich immer Bali vor 40 Jahren vorgestellt. Das ist ein unglaublicher Dschungel wo einfach die Natur…
Ja, eine der schönsten Flora und Fauna irgendwie zutage bringt, aber da ist auch wirklich nichts. Also wir sind da in einem kleinen Ort namens Sorake, das ist eine absolute Surfer-Town und sind da bei der lieben Familie rund um Petra Siete und der kleinen Zoe, die da ein sehr, sehr schönes und heimliches Gästehaus haben, die Jamboree Lodge, mit super Blick auf die Welle und ja, haben dort dieses Jahr jetzt tatsächlich Zwei Mal zwei Monate verbracht.
Und zwar in komplettem Einklang mit der Natur und viel viel Ruhe. Also mir hat es wahnsinnig angetan weil ich aufgrund, dadurch, dass Bali jetzt gerade auch ein bisschen voller wird, diese Ruhe nochmal doppelt genossen habe. So kam das ein bisschen.
Gunda: Das heißt, dir gefällt dann dort auch das Surfen ein bisschen besser als im Bali?
Ja Das gefällt mir mit Abstand besser als
Melli: in Bali muss ich leider so gestehen Und zwar einfach aus folgendem Grund. Ich bin manchmal relativ faul muss man auch ganz ehrlich sagen. Und ich lebe hier in Balangan, was im Süden von Bali ist in Uluwatu, aber habe natürlich jetzt nicht den Luxus irgendwie einen Blick auf eine Welle zu haben und kann demnach natürlich, obwohl es natürlich gewisse Surfcharts gibt, nicht so abschätzen, wie die Wellen sind.
Das heißt, In Niers habe ich den Vorteil ich muss nur aus dem Fenster schauen und sehe natürlich, wie die Wellen gerade sind und kann dann einfach schnell reinhüpfen und wieder rauskommen. Und hier ist es für mich manchmal so unter dem normalen Arbeiten, ja, dann ein größerer Aufwand Plus, was man sagen muss, Niers liegt schon sehr nah am Äquator.
Das heißt, man hat dort den Vorteil dass der Spot bei Ebbe und bei Flut besurft werden kann. Das hast du hier bei den meisten Sachen in Bali nicht. Da checkt man dann immer. Beispielsweise in der Magic Seabed App, ob gerade Low Tide oder High Tide ist und wann man an gewissen Spots überhaupt surfen kann.
Das schränkt das natürlich ein bisschen ein.
Gunda: Also es steckt schon ein bisschen mehr dahinter als nur das Brett zu nehmen und rauszugehen
Melli: Definitiv ja, doch, auf jeden Fall.
Gunda: Ja, schön. Also es steht auf meiner Liste demnächst auf jeden Fall, dass ich mich auch mal aufs Brett wage. Hast du denn da noch so ein paar Tipps für Anfänger?
Melli: Tipps für Anfänger das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, was… Mir auch nach wie vor immer hilft, das hatte ich schon erwähnt ist geduldig mit sich zu sein. Was für mich ein absoluter Game Changer war und das kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, ist sich mit Wellen auseinanderzusetzen. Was heißt das?
Das heißt, wenn ich an einem Spot Bin und das wird man bei guten Surfern werdet ihr das sehen, wenn man manchmal irgendwie denkt, Mensch, warum starren die denn jetzt seit 15 Minuten auf die Welle und gehen nicht surfen? Und zwar das ist, dass man die Wellen lesen kann. Also bei mir ist es mittlerweile so, dass gewisse Spots, die ich häufig surfe, da weiß man dann nach einer Zeit einfach, Wo sitzt man, wie bricht die Welle also dass man einfach sich wirklich mit der Natur so auseinandersetzt und mit der Welle speziell dem Ozean dass man mehr im Einklang ist und dass man dadurch natürlich auch ganz anders die Welle nimmt und ganz anders surft.
Und ich glaube, am Anfang war für mich so ein bisschen das Problem, mir ging es einfach nur darum zu stehen und die Welle irgendwie zu surfen Und was ich so im Nachhinein sehr gelernt habe, ist, erstens geht es nicht nur darum zu sagen, ich habe jetzt an dem Tag heute irgendwie 15 Wellen genommen, es geht um die Qualität und das merkt man dann auch, wenn man mal eine Welle hat, wo man wirklich sagt, okay, das war die Welle des Tages, dann reicht, also reichen tut es einem nie, man könnte natürlich irgendwie noch Stunden weiter surfen.
Aber ich sitze lieber mittlerweile ein bisschen länger und warte auf ein Set, was dann für mich wirklich passend ist und lese die Welle besser, als dass es mir nur darum geht, zu stehen. Und das passiert glaube ich ganz häufig so als Anfänger, dass man natürlich das Ziel hat, dass man erst mal auf dem Brett stehen will.
Aber eben, das finde ich so schön an dem Sport, dass man eben lernt geduldig zu sein und auf diese Naturgewalt auch zu reagieren. Man hat jeden Tag unterschiedliche Bedingungen. Das Wetter ist unterschiedlich die Wellen brechen unterschiedlich unterschiedliche Menschen im Wasser. Hey, du bist unterschiedlich jeden Tag, wenn du aufwachst was für eine Verfassung du an jedem Tag bist.
Und deswegen ist es, glaube ich auch so wichtig, dass man sich wirklich dann mit der Welle auseinandersetzt. Also das war für mich glaube ich eines der größten Learnings was ich auch gerne so weitergeben möchte, ja. Und Fragen, ganz viele Fragen, also wirklich Surfer, die erfahren sind, wenn man irgendwo an einem Spot ist, immer fragen, gerade wenn es auch darum geht, wie funktioniert der Spot, wo ist ein Channel, wo kann man sicher reingehen, wo geht man raus, wo positioniert man sich, also niemals einfach nur rauspaddeln und hoffen man erwischt was, also wirklich fragen, sich austauschen und die Wellen lesen Das hilft enorm.
Und dann ist man, glaube ich, auch nicht so schnell außer Atem weil man einfach auch weiß, wo paddelt man richtig hin und wie setzt man sich in den Line-up.
Gunda: Ich glaube, das mit Geduld haben, das kann man eigentlich auf alles irgendwie anwenden ja, auf jede Sportart, wo man sofort irgendwie Vollgas geben will.
Aber wenn man am Anfang natürlich erst was lernt dann braucht es Geduld dafür, auf jeden Fall. Mir ist jetzt gerade noch was ganz anderes in den Kopf gekommen, also das ist jetzt vielleicht ein bisschen off-topic aber die Münchner unter uns, die kennen das bestimmt, da gibt es doch irgendwo so eine Surfstation in München Ja, genau.
Natürlich. So cool. Also wir waren ja auch im Sommer in Deutschland und sind ja dann auch immer in München und ich hatte, ich weiß nicht, wie lange wir da standen Einfach nur zum Zuschauen. Ich habe da total das Zeitgefühl verloren. Ich finde es so faszinierend wenn diese Leute da immer in diese Welle reingehen und dann einer nach dem anderen.
Also ich weiß nicht, warst du da schon mal? Ja, natürlich. Ich bin
Melli: ja gebürtige Münchnerin und das ist ja für uns eine Institution, muss man sagen. Und vor allem auch etwas Was man wirklich auch mal nochmal anders anerkennen muss, weil die Welle kommt ja von vorne und nicht von hinten. Das heißt, die Surfer, die dort auch wirklich surfen, Heidenrespekt Ich meine, die gehen auch im Winter raus.
Ich meine, wir haben jetzt hier Dezember. Man wird das täglich erleben, dass die da rausgehen und es macht, also an alle, die an alle Münchner Shoutout an meiner Heimatstadt, aber auch alle, die München besuchen, schaut euch das an. Das ist faszinierend und ja, man kann dort Stunden stehen, wie du sagst und sich das einfach anschauen.
Gunda: Total. Also unglaublich. War echt toll. Lustig. Aber zum Lernen natürlich nicht geeignet. Also ein bisschen aufpassen. Das können nur die Erfahrenen dann. Ja, schön. Ja, anderes Thema. Du hast es vorhin schon mal angesprochen Hilfsorganisation. Du hast ja dann nach einer Zeit, also du meintest ja, es ging auch mit Corona zusammen und so, eine Hilfsorganisation gegründet.
Magst du da ein bisschen was dazu
Melli: erzählen? Ja, gerne. Da muss ich ganz kurz… Ganz kurz ausholen, wie das eigentlich kam. Und zwar, ich habe ja schon erwähnt, ich bin ja das erste Mal mit meiner Mama 2014 in Indonesien gewesen. Und 2015 sind wir wiedergekommen und damals gab es noch Print. An diejenigen, die sich noch erinnern Ein Scherz beiseite aber da hat man wirklich noch National Geographic Magazine angeschaut.
Und da war so dieses Thema Reisebloggen kam da gerade so ein bisschen auf. Anyway, ich habe ein Bild gesehen auf dem National Geographic Cover von dem berühmten Kelingking Beach in Nusa Penida. Ich hatte aber keine Ahnung damals, wo das war, wusste nur, es ist irgendwo bei uns in der Nähe Indonesien und war damals mit meiner Mama in Nusa Lembongan und habe mich dann klassisch bei den Locals durchgefragt ob jemand diesen Spot kennt, ob mich da jemand hinbringen kann.
Und die haben mich dann an einen Tourguide vermittelt, meinen lieben Freund Komang und der hat uns dann in Nusa Penida abgeholt. Ja, da sind wir irgendwie vier Stunden über so einen Holperweg mit dem Scooter gefahren, es hat wirklich ewig gedauert heutzutage ist das alles schön geteert und der hat uns dann nach Klinking gebracht, damals gab es auch kein Geländer nichts, das war wirklich reine Natur, der ist dort aufgewachsen, der…
Er klettert da rum, seitdem er fünf Jahre alt ist und hat das selber auch von mir erwartet. Wir sind dann da runtergeklettert und so auf halbem Wege meinte ich dann zu Komang, du, ich packe das nicht mehr, das ist mir jetzt gerade ein bisschen zu steil Und wir hatten ja auch schon diesen wunderschönen Ausblick.
Wir haben da so ein bisschen innegehalten und wir haben uns von Anfang an unglaublich gut verstanden. Komang ist zwar in Penida aufgewachsen, ist aber ein Pferd So weltoffen und welterfahrener Mensch, also mit dem konntest du irgendwie über alle Themen reden. Das war von Anfang an eine Verbindung, die ich so tatsächlich so interkulturell auch noch nie erlebt habe.
Und wir sind dann jedes Jahr, als wir in Indonesien waren, wiedergekommen Ich bin alleine gekommen oder mit Freunden oder mit Mama. Und ja, hat sich über die Jahre wirklich eine sehr, sehr innige Freundschaft entwickelt. Und Komang lebt in einem Dorf namens Desa Ada Penutuk. Das ist 14 bis 20 Minuten von Kelingking Beach entfernt in den Bergen sozusagen von Nusa Penida.
Also was man so ein bisschen unterschätzt. Die Insel ist tatsächlich… Deutlich größer als man sich das so vorstellt und kann auch speziell jetzt zur Regenzeit in der Nacht auch deutlich kühler werden und dieses Dorf ist ja nicht abgeschnitten aber es ist auf jeden Fall jetzt nicht am Meer und hat jetzt nicht so die Leichtigkeit Lebensmittel zu bekommen.
Und als Covid dann wirklich sehr, sehr dramatisch auch für Bali allgemein und Indonesien wurde aufgrund des mangelnden Tourismus war mir natürlich klar, dass gerade Nusa Penida nochmal doppelt leidet und zwar, wie erwähnt ist die Insel abgeschnitten. Das heißt, man denkt ja immer, naja, man hat Bali vor sich tolle Reisfelder Dschungel und denkt sich, naja, eigentlich geht raus und pflückt sich sozusagen seine Lebensmittel selber, hat hier tausend Gärten und das ist aber leider in Penida nicht der Fall, weil es aus Kalkstein hauptsächlich besteht.
Und alles, was zum Beispiel auch an Reis kommt, wird von Bali importiert, das heißt, die können das auf der Insel gar nicht selber anbauen, da ist es einfach nicht so möglich, Agrarwirtschaft zu betätigen wie das jetzt auf Bali der Fall ist, das heißt, sie sind wirklich darauf angewiesen, was sie importieren können.
Und zu Covid-Zeiten wurden diese Preise natürlich extremst hoch. Nusa Pinida gehört zu der Kelungkung-Area im Osten Balis und hat jetzt auch nicht so die Unterstützung, die jetzt touristische Gegenden wie Canggu, Uluwatu oder Ubud bekommen. Und speziell dadurch, dass Nusa Pinida überhaupt durch Instagram, durch diese…
Diesen wunderschönen Orte wie Kelingking berühmt wurde, hat diese Insel vor Covid erst, ach, lass das zwei, drei Jahre gewesen sein, überhaupt an Interesse gewonnen. Als das weggefallen ist, haben die Menschen dort wirklich unglaublich gelitten, weil sie weder Unterstützung bekommen haben, noch überhaupt die Möglichkeit hatten, irgendwie ein finanzielles Einkommen sich zu sichern.
Und dann haben Koma und ich gesagt, naja, wir müssen irgendwas machen und haben im Kleinen angefangen einen GoFundMe-Account anzulegen Und haben dann Help for Penida gegründet Und das war im Juli 2020. Und wir haben seitdem jeden Monat essentielle Lebensmittel in das Dorf geliefert. Haben mittlerweile, ich glaube, das sind fast 5000 Kilogramm Reis die wir bis jetzt geliefert haben.
Dann natürlich Öl zum Kochen, Eier Nudeln also alles so diese essentiellen Sachen, die sie fernab. Von normalen Gemüse und Obst nicht bekommen. Und ja, haben dieses Dorf bis heute tatkräftig unterstützt machen das auch nach wie vor noch. Mittlerweile ist unser Fokus so ein bisschen anders gelegt. Wir möchten nachhaltiger schauen, dass wir natürlich auch mit Education reingehen.
Das heißt, dass wir den Leuten Wir helfen wirklich selber auch unabhängiger zu sein. Wir haben jetzt vor kurzem einer sehr, sehr armen Familie im Dorf endlich ein Badezimmer und eine ordentliche Toilette hinstellen können, weil man sich natürlich vorstellen kann, dass dadurch, wenn man das nicht hat, natürlich auch gewisse Krankheiten entstehen sodass wir auch hier einfach mehr den Fokus auf langfristige Umsetzung, langfristige Lösungen haben Aber ich muss, wenn ich die Möglichkeit habe, auch an der Stelle nochmal betonen, dass es dem Dorf nach wie vor nicht gut geht.
Also es ist ja noch sehr, sehr, sehr sehr einfach, wie dort gelebt wird. Und deswegen ist jede Unterstützung, die da nach wie vor ankommt, Gold wert. Wir sind mittlerweile Teil der Bali Life Foundation. Auch da ein großes Dankeschön an dieser Stelle, die uns dieses Jahr sehr, sehr unterstützt hat. Die sind seit 16 Jahren NGO etabliert in Bali.
Und ja, wir haben sozusagen zusammengeschlossen, sind unter deren Fittiche gekommen und haben dort ganz, ganz großartige Aktionen dieses Jahr gestartet, die man auch alle, wenn ihr Lust habt, nochmal nachschauen kann auf unserer Website oder auf Instagram. Und ja, sind da einfach froh dass wir einen kleinen Impact leisten können.
Und das war mir, glaube ich auch so ein Anliegen Wir sind jetzt nicht, dass wir… Sagen können, wir haben die Welt schon komplett verbessert aber darum geht es nicht. Ich glaube, dass jeder für seinen Teil einen Impact leisten kann und ja, das haben wir gesehen. Also die Menschen sind so unglaublich dankbar und haben uns so viel zurückgegeben an Freundlichkeit, an Offenheit und das ist für mich mittlerweile wirklich wie meine zweite Familie geworden und ich bin auch oft selber einfach im Dorf und besuche Komang und die Familie oder nehme an Zeremonien teil und Ja, es ist eine zweite Familie, die mir sehr am Herzen liegt und deswegen wird das auch weitergeführt, solange es uns machbar ist.
Gunda: Schön, super. Das heißt, wenn jetzt jemand spenden möchte, kann er das auch direkt machen über die Website GoFundMe?
Melli: Genau, beziehungsweise direkt einfach auf help4penida.com gehen. Dort ist der Spenden-Link eingefügt oder aber auch auf unserem Instagram-Account vorbeischauen. Ja, jeder kleine Betrag auch der Kaffee in der Früh hat einen sehr, sehr großen Impact für die Menschen dort und wir sind wahnsinnig dankbar für jede kleine Spende, die wir erhalten.
Gunda: Super. Klasse, ja. Ja, und dann gibt es aber auch noch eine andere Hilfsorganisation eine Frauenhilfsorganisation Ich erinnere mich, wir haben schon mal darüber gesprochen. Was hast du mit auf sich?
Melli: Genau, also für mich war immer so ein bisschen, ich bin ja eigentlich gelernte Grafikdesignerin und komme aus der Unternehmenskommunikation, habe aber schon immer den Wunsch gehabt, eigentlich was Kleines Eigenes Speziell mit Bali, mit der lokalen Bevölkerung aber auch für die Umwelt zu tun.
Und als wir Teil der Bali Life Foundation wurden, habe ich mit einem Teilprojekt von denen Kontakt aufgenommen. Und zwar ist das das Bali Life Streets Kids and Women’s Center, das in Denpasar also in der Mitte von Bali sitzt. Und es ist ein wunderschönes Frauenzentrum das gebaut wurde, speziell Frauen aus benachteiligten Umgebungen Familien, die vielleicht aus Scheidungen kommen, eine Möglichkeit zu geben, eigenständig zu werden, ein eigenständiges Gehalt zu entwickeln und die arbeiten dort als Schneiderinnen.
für Handicraft-Sachen, die haben dort die Möglichkeit, ihre Kinder mitzubringen da ist ein kleiner Kindergarten integriert draußen mit einem Spielplatz, was hier in Indonesien und auch in Bali sehr, sehr, sehr sehr selten ist und einfach ja ein geschütztes Setting zu haben, einen Rückschutzort und eben die Möglichkeit, eigenständig zu werden, selbstständig zu werden, eine Zukunft zu haben
Nicht mehr auf externe Hilfe angewiesen zu sein und das hat mich so sehr fasziniert und das fand ich so großartig, dass ich gesagt habe, okay, da muss auf jeden Fall, irgendwie muss ich das mit einem Projekt von mir integrieren. Und das habe ich dann tatsächlich auch und zwar habe ich letztes Jahr das kleine nachhaltige Label Bahalo gegründet und habe parallel dazu tatsächlich eine ganz tolle andere Organisation entdeckt gehabt und zwar eine Firma die aus Baumwoll-Überresten und Plastikstoff-Überresten neue Stoffe herstellt.
Wir wissen ja, Indonesien ist ein wahnsinnig großer Produzent von der Fast-Fashion-Industrie. Hier werden Sachen von H&M, Nike, Adidas produziert und das wirft natürlich aber auch sehr, sehr viele Probleme für die Umwelt hier vor Ort ab. Und mit dem Produzenten mit dem wir zusammenarbeiten, die haben sich zur Aufgabe gemacht, dem sich so ein bisschen zu widersetzen und gerade diese Überreste, diese Baumwollreste und dieser Plastikmüll, der da anfällt, aufzusammeln, neu zu verarbeiten, zu neuen nachhaltigen Stoffen zu produzieren, die wir mit Bahalo und in Kombination mit diesem Frauenzentrum zu neuen, wunderschönen Produkten produzieren Vereinigen und dadurch hoffen, einfach einen kleineren Impact zu leisten, den man eben so vielleicht noch nicht gesehen hat.
Mir war es halt ganz wichtig, eine Kombination zu finden aus dem täglichen Müllproblem, was ich hier in Indonesien und Bali sehe, aber auch wirklich die lokale Bevölkerung zu unterstützen und ja, deswegen war das irgendwie so, das kam ganz natürlich, diese
Macht mir unglaublich spaß zu sehen was man doch im kleinen bewirken kann und das ist so aktuell stand der dinge wie das so zustande kam toll
Gunda: ja ich glaube die wenigsten sind sich überhaupt bewusst was dafür stoffreste eigentlich übrig bleiben ja oder mit welchen mengen man da zu tun
Melli: Ja das Problem ist tatsächlich auch, muss ich ganz ehrlich sagen, was mir, also ich denke mittlerweile ist uns allen bewusst, dass wir ein Plastikproblem haben, wobei ich das eigentlich so immer gar nicht, also das wird immer als Plastikproblem bezeichnet Wir haben aber eigentlich ein Recycling-Problem.
Und speziell in Indonesien ist halt das Problem, dass beispielsweise so Überreste von der Fast-Fashion-Industrie man möchte sich das kaum vorstellen, die werden einfach verbrannt Die werden verbrannt oder werden in riesigen Lagerhäusern bis an den nächsten 20 Jahren gelagert und da passiert einfach nichts.
Oder werden aber einfach auf irgendwelche illegalen Müllhallen gebracht und dadurch entsteht dieses Recycling-Problem, was wir eigentlich haben. Das ist so ganz interessant für mich gewesen, da überhaupt mal diese Awareness zu bekommen. Okay, es liegt tatsächlich an jedem Einzelnen Es liegt vor allen Dingen daran, dass wir nicht richtig recyceln.
Und deswegen fand ich das so spannend, dass wir mit Bahale wirklich Stoffe haben, die sich diesem Thema so annehmen und dass wir da wirklich Lösungen für finden. Denn ich glaube… Grundsätzlich geht es einfach darum, dass wir einfach lernen, wie können wir das, was wir schon haben, neu aufbereiten und wie können wir das in so einen gesunden Zyklus bringen, ohne dass wir ständig neu produzieren, sondern dass wir einfach einen Weg finden, wovon alle profitieren.
Die Umwelt, die lokale Bevölkerung, aber auch der Endkonsument. Wir sollen jetzt ja nicht nur alles schlecht reden. Wir sind am Ende des Tages ja auch Menschen, aber es geht, glaube ich einfach darum, dass wir alle so ein bisschen mehr so eine Aufmerksamkeit den Dingen gegenüber entwickeln.
Gunda: Guter Ansatz auf jeden Fall, ja.
Das heißt, für eure Produkte bei Bahalo werden ausschließlich dann, ja, Stoffreste verwendet oder Garn aus Stoffresten?
Melli: Genau, also in unserer aktuellen Kollektion die wir haben, werden Ölreste Überreste von Baumwolle verwendet. Man muss sich das so vorstellen, es gibt gerade speziell in Java riesige Felder wo Baumwolle angepflanzt wird, gerade wie schon erwähnt weil riesige Firmen hier produzieren.
Was dort allerdings gemacht wird und das ist den wenigsten bewusst, so eine Baumwollpflanze hat ganz schön oben die Baumwollblüte, die gepflückt wird und alles andere wird einfach brach gemacht. Das heißt, dieser Grund wird permanent Verarbeitet und wird sozusagen, diese Pflanze wird eigentlich nur, das I-Tüpfelchen wird genommen.
Und unsere Produzenten haben sich dem Problem angenommen. Das heißt, die ganzen Baumwollüberreste, die einfach verbrannt weggeschmissen werden, wird von denen aufgegriffen Die werden geschreddert, werden recycelt und zu neuem Garn gespannt. Das, was wir jetzt bei den aktuellen Bahalo-Produkten finden. Und gleichermaßen wird von Überresten der Fast-Fashion-Industrie Sagen wir mal, ihr habt ein günstiges T-Shirt, was nicht mehr gebraucht wird, das wird geschweddert, das wird sortiert nach Farben, das wird zu neuem Garn aufgesponnen, sodass wir einen leinenartigen neuen Stoff haben.
Also es ist ein sehr großer Aufwand, das wird auch alles noch per Hand verarbeitet aber es ist natürlich auch ein sehr nachhaltiges System, dass eben das, was wir schon haben, Neu aufgewertet wird und ich bin jedes Mal fasziniert wenn ich unsere Produkte in der Hand halte, weil ich mir immer denke, Wahnsinn, was man aus, sagen wir jetzt mal, wirklich Überresten aus Müll von Produkten noch neu generieren kann.
Und das ist das Schöne daran, warum wir mit diesen Sachen auch so unglaublich Spaß haben, weil wir einfach sehen, hey, es muss nicht weggeschmissen werden. Im Gegenteil wir haben die Möglichkeit, neue Wege zu finden, wie wir Sachen neu produzieren können und das versuchen wir damit.
Gunda: Ja, es stimmt. Also das ist so diese Wegwerfgesellschaft, die auch natürlich hier in Indonesien sehr stark verankert ist.
Oder dass man sich einfach auch immer wieder neue Dinge kauft und so weiter. Wenn man einfach mal überlegt, wie viel man eigentlich wiederverwerten kann oder auch… Dinge, die man überhaupt machen kann, also es gibt ja auch so wahnsinnig viele Produkte aus, also wirklich aus Plastik ja gibt es ja auch, also es ist der Wahnsinn, ja, wie man dann auf einmal was ganz anderes in der Hand hat und das gab es vorher schon mal in einer anderen Form.
Melli: Ja, und da ist aber, muss man sagen, es gibt hier ganz tolle Organisationen auch auf Bali und wir haben natürlich, also es ist… Der Punkt, warum ich das gerne nochmal erwähnen möchte, ist, natürlich kommen Touristen hierher und sehen, also man wird hier mit diesem Plastikproblem und diesem Müllproblem schon konfrontiert Das ist nicht wie in Deutschland, wo ja alles geordnet ist und man ist sich dem Thema hier schon sehr präsent Aber man muss auch sagen, dass gerade die junge Generation an Indonesier hier, Eine deutliche Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber widmet und dass es hier doch tatsächlich auch an unterschiedlichsten Lösungen gearbeitet wird.
Wir haben hier auch zum Beispiel mittlerweile die Möglichkeit, in Supermärkten Plastiktaschen aus Cassava, also aus Gemüse sozusagen, zu kaufen, statt jetzt auf die reine Plastikvariante zurückzugreifen. Also man findet hier schon deutlich nachhaltigere Ansätze und das ist eben das, was ich meine – Im Kleinen startet man Revolutionen und ich glaube, deswegen kann man sich dem ganzen Thema auch nicht entziehen.
Man sollte jeden Tag irgendwie probieren, im Kleinen für sich zu agieren und das sind ja die täglichen Entscheidungen, die man trifft. Greife ich jetzt zu der Plastiktüte oder nehme ich, keine Ahnung, meinen Baumwollbeutel mit und gehe damit in den Supermarkt. Also es überliegt ja jedem.
Gunda: Ja das heißt, wenn man jetzt bei euch Produkte bestellt, dann unterstützt man auch automatisch die Frauenhilfsorganisation mit dem Erlös und oder, das darfst du mir jetzt sagen, die Frauen selber produzieren das ja auch, oder?
Melli: Genau also die Frauen selber produzieren das und kriegen natürlich, wie gesagt, dadurch die Möglichkeit, überhaupt auf den eigenen Beinen zu stehen. Das sind Schneiderinnen-Gelernte, die natürlich unsere Produkte wunderschön aufbereiten. Das ist alles handgemacht, deswegen sage ich auch immer bei Bahalo dazu, wir sind hier keine, also man darf sich jetzt nicht vorstellen, es gibt mittlerweile ganz viele Bali-Labels, die schon sehr, sehr professionell sind.
Wir sind da noch sehr, sehr am Anfang und das finde ich aber auch das Schöne, wenn man sich beim Namen kennt, wenn ich in mein Frauenzentrum fahre, dann ist das jedes Mal wie als würde ich auch da wieder in eine Familie kommen. Also es ist alles sehr, sehr intim und auch sehr klein und deswegen auch an alle Zuhörer da draußen, wir sind immer offen für Feedback.
Wir sagen nicht, dass wir 100% perfekt sind, das können wir einfach gar nicht festlegen. Ich glaube, so eine Aussage ist auch immer ganz schwer. Wir möchten gemeinsam wachsen, wir möchten auch gemeinsam gemeinsam Mit Bahalo-Followern wachsen, die die Marke toll sind, die uns Feedback geben, die sagen, hey, habt ihr mal daran gedacht?
Also es ist jeden Tag ein Learning-Prozess, sei es wie unsere Frauen die Produkte nähen sei es, wie wir überhaupt das Arbeiten verbessern können, wie wir unsere Stoffe produzieren, wo die herkommen, was wir sonst noch irgendwie nachhaltiger gestalten können. Wir haben den Anspruch, einfach jeden Tag besser zu werden und deswegen sind wir auch immer offen für Feedback und würden niemals sagen, dass wir jetzt da schon den Perfektionismusstand erreicht haben.
Gunda: Ja, und jetzt haben wir ja ganz schön viel über die Produkte gesprochen und wie sie hergestellt werden. Was genau gibt es denn da? Also magst du dir im Einzelnen vielleicht mal vorstellen?
Melli: Ja, gerne. Also aktuell haben wir drei Produkte im Sortiment. Das ist einmal ein Kissenbezug den wir entwickelt haben.
Dann haben wir einmal eine große Shopper-Tasche und eine kleinere Tasche. Und die sind alle aus unserem Baumwollstoff gemacht, aus dem recycelten. Wir haben aber, und das Wird jetzt in Kürze kommen, auch Scrunchies und Haarbänder im Sortiment in verschiedensten Farben aus unseren Plastikmüllüberresten und für unsere deutschen Zuschauer werden wir ab Januar die Möglichkeit haben, über den schönen Bali-Online-Shop Soul Island die Produkte anzubieten.
Und da sind wir sehr, sehr freudig drauf und hoffen natürlich, dass euch da draußen das gefällt was wir machen und dass wir euch ein bisschen den Bali-Vibe nach Hause bringen können.
Gunda: Ja, super. Das ist ja auch perfekt jetzt so vor Weihnachten noch. Vielleicht bekommt der eine oder andere dann Inspiration für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.
Wir haben ja auch einen Gutscheincode noch, also wer was bestellen möchte. Vielleicht magst du es vorstellen noch?
Melli: Genau, ja, ich freue mich sehr. Unser Gutscheincode ist COCONUT15, also 1 5. Für alle da draußen, auch wenn ihr gerne noch zu Weihnachten was bestellen wollt und ihr hättet vielleicht auch noch gerne einen Gutschein, ihr könnt schon über Soul Island eine Pre-Order machen.
Da würden wir uns natürlich sehr drüber freuen und wir hoffen natürlich, dass erneut euch die Sachen gefallen. Schaut mal vorbei, löst den Code ein, schreibt uns auch vielleicht sonst selber auch auf Instagram an, wenn ihr Fragen habt, wenn ihr noch mehr sehen und hören wollt von uns. Wir sind da wie gesagt immer sehr sehr offen für Feedback und hoffen einfach, dass wir euch ein bisschen inspirieren und dass wir dann aber auch von euch natürlich lernen können.
Gunda: Super, ja. Das hoffe ich auch, dass es bei euch dann so erfolgreich weitergeht. Ja, dann sind wir eigentlich schon am Ende unserer Folge angekommen. Wie sehen denn so deine Zukunftspläne aus oder auch die von Bahalo? Was hast du geplant? Bleibst du wahrscheinlich erst mal hier in der Gegend?
Melli: Ja, das ist… Eine gute Frage, die ich wahrscheinlich selber gar nicht so weiß.
Also aktuell wird es auf jeden Fall die Basis hier in Bali bleiben. Wobei ich mich ja so schockverliebt in Nias habe, dass da mit Sicherheit immer mal wieder hingeht. Auch nächstes Jahr, denke ich werde ich im Februar nochmal unten sein und dann aber tatsächlich nochmal nach Deutschland auch mal wieder kommen.
Denn ich vermisse meine Heimat natürlich auch sehr. Aber nichtsdestotrotz habe ich hier mein kleines paradiesisches Zuhause gefunden. Indem ihr mich auch jederzeit gerne besuchen könnt. Auch da schreibt mich auch gerne mal privat an, wenn ihr mal Tipps wollt. Mit Bahalo hoffe ich natürlich, dass wir einen großen Impact leisten.
Also meine Wunschvorstellung wäre, dass wir ganz tolle nachhaltige Produkte aus den unterschiedlichsten Materialien verwenden können. Ja Innovation hier, gerade mit Naturmaterialien das ist so ein bisschen auch so ein Wunsch von mir und einfach ja, nicht nur Freude mit den Produkten bringen, sondern wirklich irgendwann so groß zu sein, dass man Bahalo außerhalb von Bali kennt, dass man ganz viele Menschen unterstützen kann, dass man Wirklich einen Impact auf die Umwelt leistet, aber auch einfach den Kunden Freude bringt.
Also ich glaube ganz fest, dass ein Produkt auch immer Spaß machen muss und dass man das gerne trägt Und das ist so ein bisschen unser Ansatz einfach da eine Gemeinschaft zu schaffen. Das würde mich freuen, wenn ich am Ende des Tages jemanden damit inspirieren kann.
Gunda: Toll ja, perfekt. Das ist auf jeden Fall eine tolle Mission.
Dann würde ich sagen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und hier dabei warst heute und auch ganz viel erzählt hast über Surfen, das finde ich jetzt auch ganz spannend und natürlich auch über die Hilfsorganisation NENN. Also du bist ja da ganz schön engagiert und wünsche dir natürlich und euch auch da viel Erfolg Und hoffentlich sehen wir uns dann mal im nächsten Jahr, wer weiß wo, beim Surfen vielleicht.
Melli: Ja, da würde ich mich auch sehr freuen. Vielen Dank auch, dass ich überhaupt Teil sein durfte und dass ihr uns zugehört habt. Und an der Stelle auch, soweit ich mich erinnere, kommt die Folge jetzt bald noch raus. Frohe Weihnachten an alle da draußen. Und dass für uns alle das nächste Jahr ganz großartig wird.
Gunda: Natürlich, da schließe ich mich natürlich an. Auf jeden Fall frohe Weihnachten guten Rutsch und bis zum nächsten Mal. Danke, liebe Melli, dass du da warst. Danke, tschüss. Tschüss Wenn du auch nach Indonesien auswandern möchtest, um dir deinen Lebenstraum zu erfüllen, dann kann ich dir unseren Auswander-Guide Leben in Indonesien ans Herz legen.
In ihm findest du alle relevanten Infos zum Thema, sowie praktische Checklisten, hilfreiche Links, Dokumente zum Download und Zutritt zu unserer exklusiven WhatsApp-Gruppe für Indonesien-Auswanderer. Den Link zum Guide findest du wie immer in den Shownotes dieser Folge. Wenn du außerdem schon immer mal Bahasa Indonesia lernen wolltest, kann ich dir den Indujunkie Crashkurs empfehlen.
Mit dem Gutscheincode COCONUT10 bekommst du 10% Rabatt auf den Kurs und dieser Podcast eine kleine Unterstützung.
Das war Coconut Talk, dein Podcast über das Leben in Indonesien. Wenn dir diese Folge gefallen hat, klicke auf Folgen oder hinterlass mir eine 5-Sterne-Bewertung bei Spotify oder iTunes. Danke schön. Bis zum nächsten Mal. Sampai jumpa.






