Transkript

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Speaker: Selamat datang und herzlich willkommen zu meiner heutigen Folge von Kokona Talk. Bei mir ist heute Anna aus Bern, aus der Schweiz und Anna lebt seit über fünf Jahren in Nord-Sulawesi. Und unsere Themen heute werden sein, wie es ist, ein eigenes Resort zu führen. Und außerdem werden wir hören, wie sich der Tourismus in Nord-Sulawesi so entwickelt, was man da alles machen kann.

Und Anna wird uns verraten wie es ist, in Indonesien Mutter zu werden. Ja, Anna, freut mich, dass du da bist, dass es auch geklappt hat. Ja hi, schön, dass ich dabei sein kann. Ja, wunderbar. Ich habe ja vorhin schon erwähnt was von einem eigenen Resort. Erzähl du uns doch gerade mal, was du in Nord-Sulawesi machst oder sagen wir mal normalerweise machst.

Speaker 2: Also, wir haben hier in Nord-Sulawesi ganz oben im nördlichsten Zipfel ein kleines Tauchresort . Wir haben normalerweise ganz viele Gäste aus Europa, also fast 99 Prozent der Gäste, das sind Taucher, Naturliebhaber, Familien, die einen etwas anderen Urlaub suchen und sich ein Zuhause weg von daheim am Strand wünschen.

Speaker: Klingt schön, klingt paradiesisch auf jeden Fall.

Speaker: du hast gesagt, ganz am oberen Ende, also ihr seid keine eigene Insel, sondern ihr seid direkt auf Sulawesi auf der Insel ganz oben geworden. Genau

Speaker 2: genau.

Speaker: Ja, okay.

Speaker 2: Wir sind eine gute Autostunde entfernt vom Manabe-Flughafen.

Speaker: Super, okay. Ja, wie bist du denn dazu gekommen, überhaupt stolze Besitzerin eines Resorts zu sein?

Das ist ja doch was Außergewöhnliches.

Speaker 2: Genau genau. Also das ist eigentlich eine lange, aber auch kurze Geschichte oder kurz oder lang. Das war für mich immer ein Traum seit ich 25 Jahre alt war und in Thailand tauchen war und rumgereist bin. Da habe ich immer so einen Hinterkopf gehabt, was könnte ich denn noch machen wenn ich mal die Schweiz verlassen möchte oder wenn ich mal was anderes machen möchte Und habe das, wie gesagt, immer im Hinterkopf behalten.

Bin dann vor elf Jahren losgezogen zum Reisen, habe zu Hause alles am Nagel gehängt. Eigentlich nur temporär für acht Monate, was dann aber… 11 Jahre geworden und habe in verschiedenen Ländern, in Thailand, in Malaysia, in Indonesien in den arabischen Emiraten gelebt und als Tauchlehrerin gearbeitet. Und dann kam aber immer wieder mal das, ich möchte gerne…

Ein Zuhause haben, ich möchte gerne was Eigenes haben, mein eigener Boss sein, weil halt schon im Tauchbusiness zu arbeiten, das sehr streng ist, anstrengend und so ein Lifestyle ist, den man gerne haben muss. Aber für mich war das nicht alles, ich wollte mehr. Und ich habe dann vor fast neun Jahren meinen Partner kennengelernt und ihm gesagt, dass es einfach so ein Traum ist für mich Ein kleines Resort zu finden, irgendwas aufzumachen.

Und dann haben wir gedacht, okay, gehen wir zurück in die Schweiz, nehmen uns die Zeit und gucken mal an, was können wir finden. Sei es ein Stück Land zum Kaufen oder ein kleines Tauchesort oder ein paar Bungalows. Und meine Mama hat dann gefunden, hey, das ist doch super, ich hilfe mit. Und die hat ganz eifrig gegoogelt und hat dann per Zufall das Inserat gefunden.

Und hat gemeint also sie kam mit einem Ausdruck und hat gemeint hey, guckt euch das an, das ist zwar schon ein bisschen älter aber das könnte doch was sein. Und ja, dann haben wir der Besitzerin geschrieben und wir haben gemeint super, ihr hört euch wirklich an, als wärt ihr das perfekte Paar für das Stück Land hier.

Wir sind dann kurz drauf, also wirklich zwei Monate drauf losgezogen und haben gedacht, ja, wir gucken uns das mal an, das ist am nächsten von anderen Projekten die wir auch gesehen haben, aber am schnellsten erreichbar aus der Schweiz. Wir sind hierher gekommen und haben uns einfach total verliebt Wirklich Liebe auf den ersten Blick in das kleine Paradies.

Es war wunderschön. Also ich wusste nicht mal, wo Nord-Sulawesi ist. Ich bin zwar schon oft in Indonesien rumgereist auch zusammen mit meinem Partner, aber Sulawesi, keine Ahnung. Also haben wir das uns einfach angeguckt und sind dann… Via Giocatta hierhin geflogen, hatten keine Ahnung was uns erwartet, aber wow, wir waren hin und weg.

Und nach einem Monat hier, nach einem Monat tauchen und die Leute kennenlernen und ein bisschen rumreisen, haben wir gesagt, das könnte was sein. Wir haben uns dann noch ein bisschen Zeit genommen, um uns das zu überlegen, weil es ja schon ein Riesenschritt sowas zu machen, auch weil es sehr abgelegen ist.

Also es ist nicht im Vergleich zu Bali, wo du dann ein Resort neben dem nächsten hast, sondern du bist hier wirklich alleine. Es hat keine Restaurants, es hat nichts. Keine anderen Resorts ringsherum, es hat ein kleines Dorf und dann bist du wirklich auf dich gestellt. Aber die Faszination so ein schönes Stückchen Land kaufen zu können mit wunderschönen Bungalows, die schon da waren, also einfach so ein Rohdiamanten, wie wir es genannt haben.

Zu finden war sehr verlockend und wir haben dann im April 2015 zugesagt, dass wir das machen wollen, haben dann im November 2015 Wir haben im April 2016 zugesagt, dass wir das gerne übernehmen möchten und im November dann alleine gestartet. Also die vorherigen Besitzer sind dann ausgestiegen und dann haben wir das in Angriff genommen.

Speaker: Spannend, klingt total spannend.

Speaker 2: Ja.

Speaker: Ja, also ich stelle mir das auch, ja, erst mal gut vor, wenn da ja auch schon Bungalows stehen, also dann spart man sich ja schon mal das Bauen, also wie du ja gesagt hast, aber die müssen natürlich auch irgendwie trotzdem zu euch passen oder euren Vorstellungen auch. Ja,

Speaker 2: genau, also da triffst du auch einen ganz guten Punkt, das sehr schwer war, weil Wir hatten auch so unsere Vorstellungen und viele Sachen haben den Vorstellungen entsprochen.

Deswegen haben wir auch gesagt, es werden Rohdiamanten. Aber auch viele Sachen haben nicht zu unseren Ideen gepasst. Und was ganz schwierig war und jetzt auch lange Zeit gedauert hat, das in Einklang zu bringen. Also dass wir einfach durch das ganze Resort hindurch Ein Thema haben, vom Visuellen her, dass wir das einfach irgendwie, wie sagt man, unifying.

Ja, vereinheitlicht. Vereinheitlicht genau, dass wir das machen. Das hat wirklich viel Zeit gebraucht und das war auch so, dass das Resort… Hatte nicht mehr so viel Liebe gekriegt weil vielleicht auch die Energie der vorherigen Besitzer draus war. Die haben nicht mehr viel reingesteckt und es war dann schon sehr viel Arbeit, das auf Vordermann zu bringen.

Und wir haben auch bis heute noch nicht alles gemacht, aber wir haben sehr, sehr viel verändert und vereinheitlicht Wir haben im Resort die Bungalows total renoviert wir haben die Küche neu gemacht, es gab am Anfang kein Kühlsystem, also es war auch sehr interessant, wir haben jeden Tag aus dem Dorf Eis geholt und haben alles in Kühlerboxen gekühlt Und wenn du dann mal viele Gäste hattest die gerne Bier getrunken haben, kam das auch vor, dass die kein kaltes Bier mehr hatten, sondern nur noch warmes.

Und da haben wir gesagt, das müssen wir ändern, müssen wir irgendwie ändern Hinkriegen dass wir da schon Strom haben, auch über längere Zeit, weil alles läuft über Generatoren. Vielleicht kannst du das auch ein bisschen im Hintergrund hören. Wir haben sehr viel investiert in die Generatoren, sodass wir auf jeden Fall für das Haupthaus für die Küche Von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends Strom haben und somit auch eine Tiefkühltruhe haben, Kühlschränke dass das Essen auch qualitativ gut bleibt, also dass du Das Fleisch immer schön gekühlt hast und die anderen Lebensmittel auch, weil wie du weißt, geht das so schnell hier, dass alles kaputt geht.

Und es ist auch sehr aufwendig dann einkaufen zu gehen, weil es so weit weg ist. Also von dem her haben wir hier viel gemacht. Wir haben dann das Tauchcenter total renoviert Weil das war zwar da, Tauchen wurde angeboten aber eher so als nebenbei Ja, wenn du gerne ein bisschen tauchen möchtest, wir haben Flaschen und wir haben ein Boot.

Aber das war nie professionell geführt worden. Und hier, mein Partner und ich, wir haben beide sehr viel Erfahrung im Tauchbusiness. Ich habe, wie gesagt, als Tauchlehrerin gearbeitet, er als Divemaster. Und wir wollten auch wirklich einen hohen Standard reinbringen hier. Damit sich die Gäste wohlfühlen können.

Ja, da haben wir dann viel mit den Kompressoren gemacht. Wir haben neue Tanks gekauft, neue Sekretionen und wie gesagt, das ganze Tauchen ausgebaut. Wir haben dann auch ein großes Tauchboot noch gebaut, so dass wir bis zu 15 Leute auf einem Boot haben können und sind wirklich gemütlich auf einem Boot. Und ansonsten haben wir jetzt in der Zeit, wo wir keine Gäste haben, haben wir immer Renovationsarbeiten vorgenommen und haben an den Bungalows gearbeitet.

Und jetzt in der Zeit von Covid haben wir dann auch gesagt, okay, jetzt können wir mal größere Sachen angehen und längere Bauarbeiten und haben jetzt zum Beispiel eine schönere Sitzung gebaut, damit die Gäste dann auch wirklich schön ankommen können und ein… Gemütliches Briefing haben und nicht alle eingepfercht im Restaurant neben Gästen, die noch was trinken wollen oder die noch was diskutieren wollen.

Dann haben wir hinten am Resort einen großen Aufenthaltsraum gebaut. Das war eigentlich das erste große Projekt, Im 2017, da haben wir viel Platz, um die ganzen Tauchschüler auszubilden Wir haben Platz, um Billard zu spielen, um sich auszutauschen. Wir haben auch ganz oft Familien, die länger reisen und die dann auch Homeschooling machen.

Und da hat es Platz für das. Und das hat sich dann einfach immer gut angeboten wenn es keine Gäste hat. Mhm. Schön, klingt toll. Ja, von dem her konnten wir wirklich den Rohdiamanten schleifen und sind immer noch dran. Also ich glaube, das ist eine Never-Ending-Story, die auch ganz toll ist. Wenn man da einfach frei so viel machen kann, wie man will.

Ja, schon.

Speaker: Ja, und wie du sagst, Never-Ending-Story, ja, ich glaube schon, dass das einfach immer weitergeht und man hat neue Ideen oder es ändert sich ja dann auch das Klientel vielleicht oder kommen Vorschläge, Feedback.

Speaker 2: Genau, und was halt auch ist, du hast da die Holzbunga los und da musst du wirklich dranbleiben.

Also wir haben alles aus Holz hier Und mit dem Klima mit der Luftfeuchtigkeit und auch mit Arbeiten, da muss man immer dranbleiben und immer wieder irgendwas flicken und renovieren. Also das ist deswegen auch Never-Ending-Story.

Speaker: Ja, ist auch super. Es ist immer die Möglichkeit, dass man sich da auch weiterentwickeln kann und neue Sachen mit reinbringt.

Ja, das macht Spaß.

Speaker 2: Das macht wirklich Spaß. Und ja, die freie Hand zu haben. Was kriegt man für Feedbacks? Also wir haben am Anfang auch ganz viele Feedbacks von den Gästen bekommen. Wir haben die angefragt und gesagt, guckt wir haben das Resort gekauft, das ist super, wir haben ganz viele Ideen aber vielleicht habt ihr ja auch irgendwelche Anregungen, was fehlt euch, was können wir machen, damit ihr euch wirklich zu Hause fühlt.

Und dann haben wir ja schon auch Tipps gekriegt und da waren welche dabei, wo wir gesagt haben, super klar, das können wir auf jeden Fall machen. Und auch, dass Lee und ich so viel gereist sind hat uns geholfen zu gucken, was braucht man in einem Bungalow, an einem Strand, wenn man weit weg ist von allem, damit man sich wohl fühlt.

Und ja, somit konnten wir das dann auch mit reinbringen.

Speaker: Ja, die eigenen Erfahrungen die sind wichtig. Ja,

Speaker 2: genau.

Speaker: Ja und was würdest du denn jemandem erzählen, der noch nicht bei euch war und der sagt, naja, ich möchte jetzt da mal nach Indonesien da gibt es so viele zur Auswahl so viele Resorts Was zeichnet euch denn da aus? Also was ist besonders bei euch was man jetzt vielleicht bei anderen nicht findet oder ja, was da weswegen ein Gast ist Zu euch kommen sollte?

Speaker 2: Ja, also was ich halt ganz schön finde, und das habe ich auch schon vorher erwähnt, unser Ziel war wirklich ein Zuhause weg vom Zuhause anbieten zu können. Wir haben durch die Lage hier ein wunderschönes Fläschchen Erde abgeschnitten von der ganzen Zivilisation, mehr oder weniger. Also bis vor kurzem musste man ein Kilometer durch den Dschungel ins Resort laufen.

Also es gab keinen direkten Weg. Wir haben dann auch Trägerinnen gehabt, die das Gepäck getragen haben und man kommt wirklich hier in ein Paradies an und ist weg vom Ganzen, was auch ganz toll ist für die Leute von zu Hause oder von Europa. Dass man fast keinen Empfang hat. Also wir haben auch kein Wi-Fi hier.

Die Leute, die sind dann mit sich selber beschäftigt und mit anderen Gästen beschäftigt. Das formt sich dann wirklich auch zu einem Zusammensein was ganz toll ist. Und du kannst wirklich ausspannen, relaxen Du kannst stundenlang am Strand hier spazieren gehen. Du kannst den Locals zugucken, wie sie wischen, wie sie Oktopusse fangen.

Es ist wirklich noch sehr, sehr lokal. Jetzt hat es mittlerweile eine Straße, die runterführt, was es ein bisschen einfacher macht zum Anreisen. Aber das stört trotzdem nicht, weil die ist immer noch weg von uns. Da sind wir immer noch sehr abgeschnitten. Das andere sehr Schöne ist einfach das Naturnahe.

Wir haben das Meer gleich vorne dran, wir haben einen langweiten Sandstrand Du kannst schnorcheln gehen, mit Glück kannst du dann Dugongs sehen. Wir haben Delfine, wir haben Haifische, wir haben ein wunderschönes Hausriff. Wir werden im Moment wöchentlich von einer großen Makatenfamilie besucht. Ui das ist toll.

Total schön. Die kommen dann immer hinter der Küche oder hinter dem Haus und schnappen sich ein paar Mangos oder Kokosnüsse oder Papayas und die sind dann einfach da. Also die kommen nicht ins Resort rein, man muss keine Angst haben. Die sind wild. Das ist wirklich noch eine letzte Affenfamilie die hier in dem Wald von Tudisern lebt.

Und die kommen dann einfach teilweise, ja, wenn sie was zu fressen suchen, das ist ganz schön. Dann haben wir wie gesagt, eben auch das Tauchen, das total schön ist, weil es ist nicht überlaufen Also du hast deine Lifesites für dich, da hast du vielleicht mal ein anderes Boot, also gerade in der Hochsaison im August kann es sein, dass von einem anderen Resort Von einer anderen Insel ein Boot da ist.

Aber normalerweise sind wir wirklich einfach für uns. Und das ist wirklich das Schöne, dass du wie ein privates Resort für dich hast. Und auch wenn wir total ausgewogen sind und viele Leute hier haben, hast du den Platz, um für dich zu sein. Also es verteilt sich dann ganz schön im Resort am Strand. Und es hat niemand das Gefühl, dass man aufeinandersetzt.

Aber man muss halt auch wirklich gerne Natur haben und dann auch Freude haben, in einem Ort zu bleiben und eben nicht die Möglichkeit zu haben, mal am Strand in eine andere Bar laufen zu können oder schnell in eine Stadt zu gehen, weil das geht dann nicht. Also man muss dann wirklich hier im Resort

Speaker: Mhm. Ja, perfekt zum Entspannen und Abschalten, denke ich.

Speaker 2: Total, total. Also wirklich fürs Entspannen, Ausschalten, um die Natur zu genießen. Das ist wirklich schön Nicht für Partyleute. Nicht, dass wir keine Partys haben, aber es ist dicht für die Leute, die dann irgendwie eine Party nach der anderen suchen.

Speaker: Ja ich stelle mir das auch nicht so leicht vor, ein eigenes Resort zu führen. Also ihr habt da bestimmt auch schon einiges gemeistert denke ich. Also mir fallen verschiedene Punkte gleich ein auf Anhieb die herausfordernd sein könnten. Was fällt dir denn da so besonders ein? Gibt es da irgendwas, was du uns erzählen

Speaker 2: Wollten alle gleich wegrennen, also die hatten, die wollten alle gehen, die hatten irgendwie plötzlich so eine Angst, dass jetzt da jemand Neues kommt, jemand Junges, den sie eigentlich nicht kennen und jetzt die neuen Besitzer sind und dann haben sie gemeint, naja, nee, das können wir nicht, wir gehen weg und wir waren dann hier mit einem wunderschönen Resort und wir hatten noch zwei Angestellte ja, von fünf von fünfzehn.

Und es ist auch so, die Leute, die sind sehr sozial und die machen wirklich alles zusammen, aber die tun dann auch so ganz schnelle Entscheidungen zusammentreffen ohne nachzudenken. Und als der Erste gesagt hat, naja da mache ich nicht mit, dann hat es der Zweite gehört und der hat auch gemeint, naja, dann kündige ich und der Dritte dann auch.

Und wie gesagt, dann sind wir… Nach dem Tag noch mit zwei Leuten gewesen und haben dann gedacht, okay, wie findet man jetzt neue Angestellte ganz schnell, weil das andere Problem war, wir haben das Resort nicht geschlossen, sondern wir hatten Buchungen, wir hatten alles weiterlaufen gelassen und hatten nur noch zwei Angestellte.

Also das war so die erste größte Herausforderung Es hat zum Glück dann eine Woche oder so gedauert mit vielen Gesprächen, auch mit den vorherigen Besitzern die wirklich nochmal mit den Leuten zusammengesetzt sind und gemeint haben, ihr gebt den neuen Besitzern eine Chance und guckt euch mal an, wie das wird und schlussendlich sind dann von 15 12 zurückgekehrt und die sind immer noch bei uns, also wir haben…

Von dem her, da sehr viel Glück gehabt und konnten jetzt wirklich auch als Familie, als Team zusammenarbeiten. Schön. Eine weitere Schwierigkeit war die Sprache. Weil das Indonesisch ist eines, aber die sprechen alle Bahasa Manado. Also das ist sehr weg vom Indonesischen eigentlich. Und ich habe während der ganzen Einführungszeit mit der vorherigen Besitzerin Indonesisch gelernt.

Bin da auch eigentlich ziemlich weit gekommen und musste dann aber merken, dass mir das nicht wirklich viel bringt, weil die Leute hier alle Bahasa Manado sprechen. Und dann mussten wir von Anfang an mit Händen und Füßen alles erklären und versuchen, irgendwie einen Weg zur Kommunikation zu finden, damit wir uns verstehen.

Die kulturellen Unterschiede die sind sicher auch da, aber das war etwas Kleineres aber die Sprache war wirklich eine sehr große Hürde. Bis wir dann einander verstehen konnten, weil es gab vielleicht eine Person im Team, die Englisch konnte und alle anderen wirklich nur Bahasa Manado.

Speaker: Und Bahasa Manado ist eine komplett andere Sprache oder hat

Speaker: auch Elemente vom Indonesischen und dann sind es immer nur Wörter, weil es gibt ja verschiedene Regionalsprachen sowieso.

Wie kann man sich das denn vorstellen?

Speaker 2: Also es gibt schon ganz viele Wörter, die komplett anders sind und es ist nicht eine komplett andere Sprache, das ist jetzt zum Glück nicht, aber viele, viele Wörter sind anders und die wissen dann einfach oder kennen das Indonesische nicht, das Hochindonesische und dann sagst du was und sie verstehen dich nicht oder sie versuchen dir was zu sagen und du verstehst es dann nicht.

Du verstehst es zwar ein bisschen im Zusammenhang aber die Wörter sind dann anders. Zum Beispiel der Haifisch, ja, das ist auf Bahasa Manado ist das Ikan Gorango und auf Bahasa Indonesia ist es Ikan Hiu. Also sind das wirklich zwei komplett verschiedene Wörter und das geht durchs Ganze. Ja, dann ansonsten also auch gerade am Anfang, wenn man so ein Resort übernimmt, wie wir schon gesagt haben, das Ganze zu vereinheitlichen ist ein Ding, aber auch alle Orte zu finden, wo du zum Beispiel Material kriegst, wo gehst du jetzt was einkaufen, zu welchen Preisen, ja und dann auch, wie kann man das hierher bringen, weil wie gesagt, da hat man am Anfang nur einen Fußweg Und es musste alles runtergetragen werden.

Und wenn du dann einen Generator kaufst, dann wird der von drei Männern auf einem Wambu stecken und ins Resort runtergetragen. Oder wenn du größere Sachen hast, dann war das dann schon eine Schwierigkeit. Und wir mussten ein Boot organisieren, das dann auch nur zu gewissen Zeiten an Strandfahren konnte, da waren schon sehr, sehr sehr viele Schwierigkeiten Aber ich glaube, so nach dem ersten Jahr, wo wirklich alles sehr schwierig aussieht kommt man dann plötzlich an den Ende vom Tunnel und da ist dann Lust und man merkt plötzlich an, wie es geht.

Ich würde sagen, wirklich das erste Jahr war wirklich so das Schwierigste, wo man manchmal denkt, was haben wir uns da eingeprofft, zu was haben wir da Ja gesagt Und dann, jetzt kann ich darüber lachen und jetzt ist es wirklich so, ja. Man gewöhnt sich an alles und kommt wirklich in alles rein. Das waren so für uns die größten Schwierigkeiten würde ich mal sagen.

Vielleicht hast du noch was, du hast gesagt, da kommen dir ein paar Sachen in den Sinn.

Speaker: Ich hätte jetzt noch so an Bürokratie vielleicht gedacht, das ist ja immer so ein bisschen eine mühsame Sache auch hier. So Papiere und Genehmigungen und so eine Übernahme ist ja, ja, also schon eine Eröffnung ist ja nicht so leicht.

Nee, das stimmt. Okay, ja, das

Speaker 2: stimmt, das stimmt. Ich habe schon immer gedacht, als Schweizerin hat man ganz viel Papierkram ja, und Bürokratie die wirklich nicht übertroffen werden kann. Aber das stimmt nicht. Indonesien ist noch extremer. Die vielen Papiere… Wie man da einreichen muss. Wir haben doch, wir haben da auch einen ziemlichen Struggle gehabt.

Wir haben zum Glück sehr viel Zeit investiert am Anfang, um das Ganze, also um wirklich da auch ein bisschen reinzukommen, weil es was ganz anderes ist, auch eben eine Firma von einer indonesischen Firma in eine Firma mit ausländischem Kapital zu wechseln und das Ganze hat dann auch gute dreieinhalb Jahre gedauert also bis dann wirklich die letzte Urkunde da war.

Aber wir haben nach ziemlich kurzer Zeit durch Freunde, die in einem anderen Resort sind, einen sehr guten Anwalt kennengelernt und der hat uns wahnsinnig viel geholfen. Also der hat uns wirklich sehr, sehr viel abnehmen können und von dem her war es nicht was, was ich sagte, okay, das ist ganz schlimm. Da wir, wie gesagt, von Anfang an alles nach Plan und nach Regelungen gemacht haben, Und keine Abkürzungen genommen haben, konnten wir das auch sicher auf die Beine stellen.

Speaker: Sehr gut. Aber wir hatten wirklich

Speaker 2: Hilfe. Also ganz alleine das hinzukriegen da in den ganzen Bürokratie-Dschungel reinzusehen das glaube ich nicht, dass man das könnte. Außer man lebt irgendwie 20 Jahre in Indonesien, aber noch da. Ich meine, es ändert sich ja ständig wieder was. Und ich glaube, das geht sonst nicht.

Also da bin ich froh hatten wir die Hilfe. Ja

Speaker: Mhm. Und wenn du zurückdenkst was sind denn so die schönsten Momente für dich wo du auch solche Hürden wieder vergessen kannst? Wenn

Speaker 2: wir glückliche Leute hier haben, glückliche Gäste, glückliche Angestellte. Wenn du einen anstrengenden, schönen Tag hinter dir hast und mit den Gästen zusammensitzt und sie sich freuen, dass sie hier sind.

Dann vergisst du alle diese Sachen schnell wieder. Also wenn du dann merkst, alles, was du reingesteckt hast, die ganze Zeit, Schweiß, Herzblut, wenn das anerkannt wird und du jemanden hast, der dir mit Tränen in den Augen Tschüss sagt und dich umarmt hat und den du am Anfang vom Urlaub nicht gekannt hast, neue Gäste, dann ist das was was mir oder uns gut tut.

Also wo wir dann sagen, okay, das haben wir richtig gemacht und es hat sich alles gelohnt. Und wir haben auch ganz viele Leute oder Gäste, die zurückkommen, wir haben Gäste, die schon vorher da waren und die wirklich jedes Jahr wieder zurückkommen und sagen, hey, wow, es ist einfach Wahnsinn, was ihr hier macht, Hut ab, das tut dann wirklich gut und dann kannst du alles vergessen, alle diese Male, wo du alles hinschmeißen wolltest, das ist dann einfach weg.

Also schon wirklich das, was uns am meisten freut.

Speaker: Ja, und momentan leidet ja der Tourismus ziemlich stark oder am meisten eigentlich unter der aktuellen Situation.

Speaker 2: Was

Speaker: hilft euch denn in solchen Zeiten, also allgemein in schwierigen Zeiten, aber speziell auch im Moment, weiterzumachen, positiv zu bleiben und ja nicht aufzugeben

Speaker 2: Am Anfang war das wirklich ganz schwer.

Am Anfang war es ja wirklich so unklar wie lange ist es. Sind es zwei Monate, drei Monate und dann haben wir uns immer so von Monat zu Monat gehangelt und Mussten dann auch mal unsere Angestellten kürzen mit der Arbeitszeit, damit wir das Geld einteilen können. Was uns dann wirklich sehr, sehr geholfen hat, war Familie und Freunde und bekannte Gäste, die uns Spenden geschickt haben, die gesagt haben, es kann ja nicht sein, dass ihr jetzt einfach da untergeht, wir wollen wieder kommen können, guckt bitte zu diesen Leuten Es war auch uns ganz wichtig, dass wir unsere Angestellten nicht einfach begeben lassen, weil die haben ja hier sonst gar nichts.

Und ja, da haben wir wirklich auf einen Spendenanruf ein sehr großes, wie sagt man, Echo gekriegt Und viele Spenden gekriegt und das hat uns einen riesen Motivationsschub gegeben. Zu sehen, hey, es sind wirklich ganz viele Leute da, die denken an uns und die wissen auch, wie schwer es hier ist, dass du eben keine Versicherung hast, wo dann der Lohnausfall versichert ist.

Und dann haben wir uns gesagt, okay, jetzt machen wir wirklich das Beste aus dem Resort was wir haben. Machen können. Wie gesagt, wir haben noch mal viele Renovationsarbeiten gemacht, aber haben jetzt auch viel Zeit in unsere Angestellten investiert um neue Sachen zu lernen. Also am Anfang hatten wir Angestellte, die zum Beispiel nur Fahrer waren oder die nur in der Küche gearbeitet haben und die haben jetzt ganz viele andere Sachen gelernt, weil wir einfach sagen, okay, jetzt tun wir das alles zusammen machen.

Wenn wir Ein Gebäude bauen, dann dürfen die Frauen auch mithelfen Sie können dann auch mithelfen mit dem Gestalten, mit dem Einrichten, die Männer sind Die vielleicht vorher nur wussten, wie man Zement mischt, die haben dann gelernt, Elektrik zu machen. Also wir haben jetzt auch die Zeit genommen, wirklich die Leute auszubilden und zu Allroundern auszubilden.

Also für uns ist es wirklich eine große Motivation zu sehen, dass die alle loyal sind. Also wir sind mit uns durch schwierige Zeiten gegangen, wo wir gesagt haben, wir können euch wirklich nur noch stundenweise pro Tag anstellen Mittlerweile sind sie wieder alle voll angestellt und können voll arbeiten, haben von dem ja keinen Lohnausfall, da sind sie auch sehr dankbar.

Das ist dann wirklich so ein Geben und Nehmen und wir sind total zusammengewachsen als Familie. Das ist das was uns stärkt. Das andere, was halt auch ganz schön ist, in der Zeit auch weiterzumachen, ist unsere kleine Familie. Ich glaube, das ist auch ein Glück in der Corona-Zeit, ein Kind zu haben, ein Kleinkind zu haben und einfach von morgens bis abends Zeit zu haben und nicht irgendwo in einer Wohnung eingepflegt zu sein, sondern wir haben ganzes Resort für uns, wir haben das Meer vor der Nase.

Dann können wir das genießen und dem Kind zuschauen, wie das aufwächst und was für Entwicklungsschritte das macht, was viele Eltern nicht können. Also wir sind da wirklich sehr frei. Das sind so die positiven Sachen.

Speaker: Wie ist es denn mit dem Tourismus allgemein also wenn es jetzt normal wäre, sage ich mal?

Also Sulawesi, ihr kanntet es ja selber nicht vor ein paar Jahren. Ich denke, ja, also gut, mittlerweile wird Indonesien auch immer bekannter, also die anderen Ecken außerhalb Balis. Wie ist es denn in eurer Region? Was gibt es denn da? Außer Tauchen oder außer eurem Resort noch zu entdecken und wie entwickelt sich das Ganze, also in welche Richtung, kann man da schon was absehen?

Speaker 2: Ja, also wie du gesagt hast das Tauchen ist natürlich schon das Größte hier. Vor allem die Leute die kennen die Lämpelstraße, die kennen Bunaken, das sind so die bekannten Spots. Und hier haben wir halt auch das Kap von Nord-Sulawesi und die Insel Bangka, die weniger bekannt sind, aber gerade so wahnsinnig toll sind zum Tauchen.

Dann haben wir nebst dem den… Kankoko-Nationalpark, der auch sehr bekannt ist wegen den Schwarzkopf-Makaken, den Nashornvögeln, den Kasje, also den kleinen Koboldmarkis. Das ist etwas, was die Leute wirklich sehen wollen, da kommen sie her. Dann haben wir das Hochland-Markt Tomahorn mit einem skurrilen Markt, da hat es wirklich alles Mögliche was man sehen und was man nicht sehen möchte.

Also wenn man wirklich sehr, sehr sagt man einen guten Magen hat. Ja, genau. Dann kann man dann auf die Fleischsektion gehen und hat dann leider Tiere, die man sonst nicht sieht. Also es hat Fledermäuse, es hat Schlangen und es hat aber auch andere Sachen Das ist wirklich so das Skurrile. Viele Leute gehen, weil es ein Riesenmarkt ist, wo auch vom ganzen Hochland Gemüse und Früchte zusammenkommen, Gewürze.

Das ist wirklich ganz toll. Viele Leute. Das ist wirklich ein schöner Einblick und es ist noch nicht sehr touristisch. Das Hochland hat vieles zu bieten. Die Seen, es hat… Im Schwefelsee, es hat heiße Quellen, es hat Vulkane, Reisfelder also es ist ganz, ganz vielseitig Es gibt zum Beispiel auch Dörfer, wo nur Holzhäuser hergestellt werden und da kann man dann dort hingehen und sagen, okay, ich möchte gerne ein Holzhaus, das so und so aussieht.

Die machen das, die bauen das dann dort auf, bauen das dann wieder ab und bringen das hier, wo es möglich ist. Also das ist eins was ich finde Wirklich cool finde, dass du ein Dorf hast, wo du sagst, okay, ich möchte gerne ein Bungalow wie dieses, was kostet das? Die machen das parat und bringen das dann zu dir und bauen das auf.

Dann hat es auch Töpfer, Töpfereiberfer, wo wirklich alles nur ums Töpfern geht. Dann von geschichtlichen, es gibt die japanischen Höhlen in dem Hochland und das sind Riesenhöhlen von Japanern Die unglaublich groß sind, die man besuchen kann, weil man ein bisschen Eindruck hat, wie sich da die Leute versteckt haben.

Und es gibt viele alte Friedhöfe, die man besuchen kann, wie Wahugas die auch sehr interessant sind. Also es hat wirklich sehr viel. Man kann auch in Manado in die Stadt gehen. Es gibt Leute, die sagen, Manado ist eine super Stadt. Es gibt andere, die finden, oh, es ist nicht so toll. Ich finde Manado sehr spannend, weil es ist einerseits ein Riesenchaos in dem alten Bereich.

Also es ist sicher sehr spannend, dorthin zu gehen, auf den Markt zu gehen, in den Hafen Zum Schauen wie es da zu und her geht und dann hat man auch das ganze Moderne also Manado hat wahnsinnig viele moderne Malls und jetzt viele, viele neue Restaurants und Bars, also es baut es kommt immer wieder was Neues dazu, super modern und es ist was ganz anderes zu zum Beispiel Makasa, der Hauptstadt, die wirklich sehr traditionell Ja, typisch indonesisch ist Makassar typisch indonesisch und viel weniger modern, von dem her denken viele Leute Manado sei die Hauptstadt.

Also es ist ganz toll, wenn wir überlegen, was wir vor fünf, sechs Jahren in Manado hatten und was wir jetzt haben, ist ein Riesenunterschied Also jetzt Da kannst du wirklich fast alles kaufen, was du möchtest, auch westliche Produkte. Und wir haben das eben auch mit Tourismus angepasst weil immer mehr Tourismus kam und auch viel asiatischer Tourismus dass dann halt diese Malls gebaut wurden.

Ja, das ist schon was, was auch viele anziehen.

Speaker: Ja, das heißt, das Shopping-Herz kann man dann auch bei euch stillen. Ja, genau.

Speaker 2: Also wenn du jetzt der Typ dazu bist und du möchtest wirklich gerne in den Mall gehen, es gibt für jeden irgendwas. Es gibt einen traditionellen Markt, es gibt die Gewürze, die du kaufen kannst.

Aber du kannst dann auch ganz modern irgendwie noch schnell ein paar Nikes kaufen gehen. Also es ist wirklich alles möglich. Mhm, super.

Speaker: Perfekte Gegend eigentlich.

Speaker 2: Ja, total. Und jetzt entwickelt sich das Ganze sehr fest weiter. Es ist ein großes Projekt geplant in unserer Gegend, wo sie große Hotelanlagen bauen wollen.

Also das ist jetzt wirklich eine große Entwicklung. Der indonesische Präsident… Wollte oder will, die Gegend zu einem neuen Bali machen, also eine Gipang-Gegend was viel Positives, aber sicher auch Negatives hat. Das Positive sind sicher die Infrastrukturen also die Straßen sind genial. Du kannst jetzt von Manado hierher fahren auf großen, neuen Straßen und Straßen Man ist viel schneller unterwegs, viel sicherer.

In den Dörfern ist mittlerweile überall Strom. Wir haben in vielen Orten fließen Wasser. Es werden viele Arbeitsplätze geschafft. Leider wird mit dem Ausbau des Tourismus sicher auch viel verbaut von der Natur. Das ist so die Entwicklung der Flughafen, der wurde komplett neu gemacht und ich weiß auch, dass die Landebahn verlängert wird, also die werden dann auch größere Flugzeuge haben, die landen Jetzt durch Covid hat sich natürlich das Ganze auch ein bisschen verzögert zumindest verlangsamt, aber da ist schon sehr, sehr viel im Gang.

Wir haben auch in den letzten drei Dörfern vor uns eigentlich, weil wir sind wirklich in der Sackgasse vom Dorf Wir haben, oder die haben da ganz viele Homesales gebaut, so dass Leute, die vielleicht ganz günstig Backpacken möchten, auch die Möglichkeit haben, weil die Ressorte doch ein bisschen teurer sind.

Speaker: Super, ja, klingt nach viel Veränderung auf jeden Fall. Total, total, ja. Okay Ja, jetzt noch ein ganz anderes Thema. Ich habe es vorhin schon angesprochen, du hast es auch erwähnt Thema Familie.

Du bist ja auch Mama geworden, schon vor fast zwei Jahren, haben wir vorhin festgestellt.

Speaker: Du hast die Schwangerschaft und die Geburt auch in Indonesien, also auch in Nordsolowesi, oder?

Ja, genau. Ja, wie war das denn für dich Wie hast du das erlebt? War das jemals ein Thema, auch vielleicht außerhalb Indonesiens zu entbinden? Ja,

Speaker 2: also auf jeden Fall. Es war lange ein Thema, aber wir hatten im 2019 wirklich ganz viel los. Wir waren super busy. Von dem moment dann eigentlich ja wo ich schwanger wurde bis bis zur entbindung und ich habe mir dann wirklich viel überlegt ob ich zurück in die schweiz gehen soll ich nicht und während der ganzen schwangerschaft hatte ich zum glück keine probleme der wurden hier ziemlich eng maschig kontrolliert also die haben so ein krasser du musst jeden monat gehen und musst jeden monat einen ultraschall machen und Da ich schon ein bisschen älter bin, hat der Arzt auch gemeint dass ich eine Risikoschwangerschaft habe, wobei wie gesagt, alles super gelaufen ist.

Und als es dann dazu kam, die Geburt zu planen, habe ich mich schon mal gefragt Überlegt, soll ich zurückgehen, aber dann gedacht, okay, wenn ich zurückgehe, muss ich sicher zwei, drei Monate vor der Geburt in die Schweiz reisen. Und der geplante Termin war mitten in der Hochsaison im August und das wäre dann einfach für meinen Partner und die anderen Angestellten wichtig Zu viel gewesen und mir ging es sehr gut und dann habe ich gedacht, das mache ich nicht.

Der andere Grund, auch nicht heimzugehen, war, dass ich Angst gehabt hätte, mit einem Neugeborenen nach Indonesien zu reisen. Und aber wenn das Kind in Indonesien auf die Welt kommt und von Anfang an da ist und von Anfang an mit allem in Kontakt kommt, dann ist das viel besser und einfacher. Und deswegen habe ich dann entschlossen, die Geburt Hier zu haben.

Und meine Mama ist dann auch gekommen zu dem geplanten Termin was dann nicht so wurde, wie es wahrscheinlich bei den meisten Gurten ist. Also der Kleine hat sich ganz viel Zeit gelassen und kam dann erst zwei Wochen nach dem geplanten Termin zur Welt. Das war total, also es war wirklich so, am Schluss war es schon nicht mehr zum Aushalten, weil wir hatten Full House, wir sind wirklich von morgens bis abends gerannt und ich war dann einfach wie ein Walfisch und habe dann wirklich versucht, so wenig wie möglich noch zu bewegen.

Und zum Schluss mussten wir dann auch alle zwei Tage zur Kontrolle in die Stadt fahren und es hieß damals noch, ein Kilometer durch den Dschungel hoch zum Autolaufen, Zwei Stunden mit dem Auto in die Stadt fahren, stundenlange warten, weil auch wenn man dann einen Termin hat, kommt man nicht gleich dran.

Also das konnte dann wirklich von einer bis drei Stunden Wartezeit sein. Dann am gleichen Tag zurückfahren, weil man hatte ja hier viel Arbeit und dann alle zwei Tage der Leute es wieder machen. Das war schon sehr anstrengend. Und als es dann losging, war es wirklich witzig weil wir sind am 1. August, im 31.

Juli sind wir zurückgekommen von Manado und es war wirklich ein anstrengender Trip. Und ich habe gedacht, wann geht es endlich los? Ich kann es ja nicht sein, wollte aber auch nicht in der Stadt bleiben, eben weil wir zu viele Leute hatten hier. Und wir haben dann zu Nacht gegessen und gedacht, wenn es in den nächsten zwei, drei Tagen nicht losgeht dann gehen wir halt in die Stadt.

Auf jeden Fall mit der Nacht ging es dann los mit den Wehen Und mein Partner hat noch gemeint komm, leg dich wieder hin, das ist nur der Anfang, das wird ziemlich lange dauern. Aber das ging dann sehr, sehr schnell, also die Wehen kamen dann schon alle vier Minuten und haben dann gedacht, okay jetzt müssen wir los.

Natürlich war in dem Moment keine Taschenlampe geladen kein Strom, weil in der Nacht schalten wir die Generatoren aus, es hat keinen Strom auf dem Dschungelbild nach oben. Wir mussten uns einen Fahrer anrufen, der war auf Stand-by und der ist dann mit seinem Motorrad hierher geflogen. Ich weiß nicht, wie schnell der da war, das war unglaublich Der ist noch den halben Dschungelweg irgendwie runtergefahren, um den Schlüssel vom Auto zu holen dass der dann wirklich auch startklar ist, wenn wir oben sind.

Was natürlich auch ein bisschen gedauert hat, weil alle vier Minuten musste ich dann mal Pause machen und die Wehen abwarten Und dann wieder weiterlaufen und dann wieder warten. Und dann sind wir ganz schnell nach Monado gefahren. Aber als wir dann dort ankamen, ging dann nichts mehr. Also das war irgendwie der ganze Stress.

Und dann hat es wirklich sehr sehr lange gedauert. Es war 30 Stunden Wehen. Mit Medikamenten und nichts ist passiert und wir waren in dem kleinen schrecklichen Raum, also es war wirklich so wie eine Zelle mit Neonlichtern, also nichts von einem schönen Geburts nicht von einer schönen Geburtsumgebung ich durfte auch nicht wirklich rumlaufen, wir haben gesagt, wir müssen wettbleiben und Und ja, nicht viel bewegen, also das war schon wirklich ganz was anderes und war nicht so eine tolle Erfahrung.

Wie gesagt, nach 30 Stunden ging es dann plötzlich nicht mehr gut mit dem Stein mit dem Herztönen. Ich musste dann einen Notkaiserschnitt machen, wo ich wirklich gedacht habe, okay, das war es jetzt. Wieso bin ich in die Schweiz gegangen? Blödsinn-Entscheidung. Und ich habe gedacht, okay, that’s it. Und dann hat dann aber zum Glück alles geklappt und wir waren glücklich Super organisiert auch wenn sehr rustikal.

Der OP ist etwas, was ich so noch nicht gesehen hatte. Und ich habe viel Krankenhauserfahrung mit meinem vorherigen Job. Deswegen habe ich gedacht, das schaffen wir nicht. Aber es hat dann alles geklappt und es war wirklich schlussendlich eine nicht schöne, schöne Erfahrung, das Kind hier auf die Welt zu bringen.

Und ich war dann, weil es eben nicht sehr touristisch ist hier in Neuzüllerwiese, war ich wie so eine Sensation und alle kamen mich besuchen. Also es war auch so, dass der ganze Operationssaal, alle Angestellten kamen und die wollten mir die Hand schütteln und ich habe einfach gedacht, lasst mich doch bitte sein.

Ja, tut nicht alle noch mein Kind anfassen, sondern lasst mich in Ruhe und ich möchte jetzt gerne aufs Zimmer und dann ging es dann so weiter, also das ganze Management, alle kamen um zu gratulieren und es waren riesen Highlights mit Fotos und ich glaube, die haben noch Werbung gemacht, also Wahnsinn, aber schlussendlich also war es eine wirklich lustige lustige Geschichte.

Das Kind die Geburt hier zu haben und ich bereue es sicher nicht auch dann schnell wieder auf den Beinen zu sein und gleich weiter zu arbeiten also ich bin nach drei Tagen zurück ins Resort, wir sind runtergelaufen durch den Dschungel mit dem Kleinen und hatten das wirklich Full House, ganz viele Gäste und ja dann habe ich wirklich nicht Viel Zeit gehabt, um nachzudenken und dann ging das alles Hand in Hand mit dem Baby und dem Arbeiten und ja, alles weitergegangen.

Das Schönste war wirklich die Zeit zu haben. Zwar die Gäste zu haben, aber die sind ja auch alle total verständnisvoll und es war auch was ganz Besonderes, ein Neugeborenes in den Besatz zu haben mit so vielen Gästen. Es war eine wunderschöne Stimmung und von dem her war das eine perfekte Entscheidung gewesen.

Speaker: Ja, trotz rustikaler OP-Räume.

Speaker 2: Genau, genau.

Speaker: Ja, das stelle ich mir schon abenteuerlich vor. Also ja, man hört ja meistens so aus Bali oder so, da gibt es dann die guten Krankenhäuser und das ist dann alles ein bisschen anders. Aber ja, wenn man das auf so einer abgelegenen Insel dann macht, ja, das stelle ich mir schon nochmal speziell vor.

Das ist auf jeden Fall

Speaker 2: was

Speaker: ganz

Speaker 2: anderes,

Speaker: ja.

Speaker 2: Aber es geht auch da und ich habe mir immer gesagt, die kriegen hier so viele Kinder, also das ist auf jeden Fall was, was sie können. Und ich habe mir nicht überlegt, okay, was kann da schief gehen, in dem Moment darfst du das dann einfach nicht, du musst dann einfach vertrauen auf die Leute und das hat dann auch so alles geklappt.

Speaker: Ja, super. Wie sehen denn eure Zukunftspläne so aus? Also falls man das überhaupt einschätzen kann, weil die Situation ist ja im Moment etwas undurchsichtig, aber ja.

Speaker 2: Ja, also wir haben sicher noch die Motivation wie du gesagt hast die ist da und wir haben Buchungen, wir haben auch Buchungen noch für dieses Jahr und die Hoffnung stirbt zuletzt, also wir fahren jetzt einfach weiter und ziehen das durch.

Wie auch immer, wir geben da nicht auf und wollen noch so viele Jahre wie möglich hierbleiben können. Viele fragen uns natürlich auch, okay, wie macht ihr das mit dem Kleinen? Da müsst ihr auch mal in die Schule und in, sorry, mein Partner kommt mit einer Schlange ins Restaurant rein. Was? Ja, sorry, you cannot do that.

Sorry. Der kommt mit einem Hockeystick mit einer Schlange in das Restaurant. Sorry. Oh. Oh mein Gott. Ist es eine große Schlange, eine kleine Schlange Nein, nein, es ist eine kleine Baumschlange. Und er hat jetzt neuerdings seine Angst verloren vor Schlangen. Ganz klar, mit seinem Hockeystick. Also da hat er dann immer so einen Abstand und dann kriegt er manchmal eine Schlange.

Aber keine Ahnung, wo er jetzt die her hat. Also ja, zurück zu unseren Zukunftsplänen. Wir wurden oft gefragt, was macht ihr mit dem Kleinen, der muss ja auch in die Schule und Kindergarten gehen und wir haben uns wirklich viele Gedanken gemacht. Ja, wie ich vorhin gesagt habe, wir möchten wirklich noch so viele Jahre wie möglich hierbleiben so viele Jahre wie es machbar ist, Covid hin oder her.

Es ist im Moment nicht in unserem Wir haben jetzt so viel in dem Resort gemacht, dass wir das auch den Gästen noch zeigen möchten, also nicht einfach die Zelte abbrechen. Und von Ligenmatia sind uns in Klein, da gibt es viele Möglichkeiten mit Homeschooling Es gibt die Möglichkeit, sich einen Lehrer oder eine Lehrerin hierher zu holen und zu Wir leben im Paradies, wir tauschen Paradies für Unterricht.

Wir können selber auch unterrichten, also die Möglichkeiten, die sind unendlich. Und von dem her nehmen wir es einfach Step by Step. Ich glaube es ist wirklich schwer, in die ferne Zukunft zu blicken. Und wir gucken einfach im Moment, wie geht es weiter, wie lange können wir das hier machen. Wie wir im Moment dran sind, läuft es gut.

Wir sind alle motiviert Und wir bleiben einfach dran.

Speaker: Super. Wo und wie kann man euch denn erreichen?

Speaker 2: Also, wir haben eine Homepage, www.pullisunresort.com und da hat es dann auch eine WhatsApp-Nummer drauf. Ihr könnt uns per E-Mail erreichen. Die ist auch auf der Homepage drauf. Wir sind auf Facebook oder Instagram dran Verknüpft Da kann man auch gleich mit uns Kontakt aufnehmen und dann gibt es natürlich auch verschiedenste Reiseanbieter die uns in ihren Katalogen haben, aber direkt am besten über die

Speaker: Homepage.

Super, ja. Das werde ich auch alles unten noch verlinken in den Shownotes und dann hoffen wir mal, dass wir mit dieser Folge das Fernweh, das wird wahrscheinlich eh da sein bei unseren Hörern, noch ein bisschen verstärkt haben und dass ihr dann auch ganz viele Gäste gleich habt, wenn es wieder geht. Das

Speaker 2: hoffe ich auch.

Also das ist wirklich schon unser Traum Traum das ist, wenn es wieder losgeht und die Leute die wollen ja weg, also ich kriege immer wieder E-Mails von Gästen, die sagen, wir sterben wir wollen wirklich wieder zu euch kommen, wir wollen tauchen kommen und die wirklich so in den Startlöchern schaffen, also ich hoffe auch ganz, ganz fest, dass es dann gleich wieder losgeht und dass man die Hürden überspringt und wir sind auch ready.

Und für alle Maßnahmen, also ja, wir sind mittlerweile alle geimpft wir haben alle Sicherheitsvorkehrungen und von dem her können wir dann auch gleich wieder loslegen. Super.

Speaker: Ja, zum Abschluss bevor wir dann aufhören, möchte ich noch von dir persönlich wissen, was vermisst du denn aus der Schweiz am meisten, wenn du hier bist in deinem kleinen Paradies und auch umgekehrt

Speaker 2: Ja, da also am meisten natürlich meine Familie und Freunde und das auch, weil gerade in der Zeit jetzt, da das Heimreisen nicht möglich war oder eine blöde Idee war und wir uns deswegen schon lange nicht mehr gesehen haben und dazu kommt dann auch, wenn wir hier sitzen mit unseren Freunden von umliegenden Resorts zusammen Das Essen, ja, ein feines Traklettkäse oder mal ein richtig gutes Brot das ist sicher was, was wir uns sehr wünschen oder wirklich viel davon träumen.

Und auch mal was Warmes anziehen zu können. Also das denke ich manchmal auch, das ist was ich vermisse, dass du mal so herbstliche Sachen anziehen kannst, winterliche Sachen, mal nicht immer heiß zu haben, das vermisse ich manchmal auch. Eher selten aber das kommt auch und ich denke, je länger man weg ist, desto mehr kommt es.

Speaker: Ja, ich kann das nachvollziehen. Also auch, ja, ich bin auch schon Typ, ich habe immer gern Halstücher getragen eigentlich Ja, genau. Und das ist hier ein Unhängen Das geht hier

Speaker 2: überhaupt nicht. Das geht hier überhaupt nicht

Speaker: Ja. Und zu den warmen Sachen, also ich bin so ein Fan auch von so dicken Kuschelbettdecken.

Also nur, wenn man sich dann so mal einkuscheln kann in so einem, weiß nicht, Riesenbett und das… Natürlich muss es dazu kühl sein. Das geht hier ja auch nicht. Nein, das

Speaker 2: geht zwischendurch mal, wenn wir uns einen Trip in die Stadt leisten und dann sagen, okay, wir tun die AC wirklich runterdrehen damit wir uns dann einkuscheln können.

Dann haben wir das, aber nicht das gleiche wie die kühle Schweizer Luft, sag ich mal, die du dann hast, wenn du das Fenster aufmachst, also das fehlt mir schon.

Speaker: Ja schön. Ja und andersrum bestimmt auch einiges, oder? Ich meine, ihr habt ja hier auch ein Paradies. Ja, wir

Speaker 2: haben wirklich ein Paradies und was vom größten Luxus ist, dass man eben nicht viel anziehen muss, dass man nicht jeden Tag überlegen muss, okay, wie viele Schichten muss ich jetzt anziehen, da kann ständig Wafels rumlaufen, dann Das Lächeln der Leute fehlt mir auch sehr, wenn ich länger mal in der Schweiz bin, weil hier lächelt dich jeder an.

Ja, die sind immer fröhlich die sind wirklich ganz tolle Leute und das fehlt mir dann schon, wenn du irgendwie morgens früh durch den Bahnhof gehst und alle gucken so grimmig rein. Ja, das kennt man hier einfach gar nicht Und natürlich, was mir dann auch fehlt, ist die Weite vom Meer. Wir sind hier gleich am Meer unten.

Wenn ich mich aufsetze vom Bett, sehe ich das Meer. Und das ist schon so eine Weite die wir in der Schweiz überhaupt nicht haben.

Speaker: Auf jeden Fall. Ja. Schön. Ja Mensch, Anna, dann sind wir eigentlich schon am Ende angekommen. Ich wünsche euch auf jeden Fall. Ganz ganz viel Zuversicht auch noch und dass ihr so positiv bleibt, wie ihr auch schon seid.

Ich denke, das ist ganz, ganz wichtig. Und dass sich die Grenzen mal wieder öffnen und ziemlich schnell und ja, dass alles so ein bisschen funktioniert Besser wieder läuft für den Tourismus. Also das wünsche ich euch, da drücke ich euch die Daumen.

Speaker 2: Ja, vielen Dank.

Speaker: Ja, und danke dir, dass du die Zeit hattest, dass wir miteinander sprechen konnten.

Speaker 2: Danke dir, das hat mir Spaß gemacht. Das war richtig toll, das erzählen zu können. Und ich weiß, ich könnte noch viel, viel mehr erzählen. Das glaube ich auch. Das kann ich dann mit den Gästen machen, die den Podcast hören und die sagen, ich will noch mehr.

Speaker: Genau Also ich habe auf jeden Fall schon ganz viel Lust bekommen.

Super. Und wir sind ja nicht so weit weg Wir haben ja normalerweise auch eine fast direkte Flugverbindung. Also es kann durchaus mal passieren, dass wir demnächst mal vorbeischreien. Sehr gut. Macht es auf jeden Fall. Wir freuen uns. Ja, super.

Speaker 2: Tschüss Tschüss Und tschau.

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lebt seit 2017 in Indonesien und ist seit 2019 selbstständig als Autorin & Auswanderberaterin

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